Kontroverses Lenin-Denkmal in Schwerin: Bürger wehren sich gegen Abriss!
Die Debatte um das Lenin-Denkmal in Schwerin intensiviert sich; Unterstützung und Widerstand prägen die lokale Diskussion im Dezember 2025.

Kontroverses Lenin-Denkmal in Schwerin: Bürger wehren sich gegen Abriss!
Die Debatte um das Lenin-Denkmal in Schwerin bekommt neue Brisanz. Seit 1985 thront die imposante Bronzestatue im Stadtteil Dreesch, und die Anwohner sind alles andere als begeistert von den aktuellen Plänen, das Denkmal abzureißen. RF-news berichtet, dass Oberbürgermeister Rico Badenschier (SPD) die Entscheidung unterstützt, die Statue unter Denkmalschutz zu stellen. Er bezeichnet die Figur als bedeutendes kulturelles und politisches Zeugnis, das Teil der deutschen Geschichte ist.
Das Landesamt für Denkmalpflege hat die Idee, das Lenin-Denkmal als Erinnerungszeichen für einen untergegangenen Staat zu schützen, bereits ins Auge gefasst. Doch dieser Vorschlag stößt auf Widerstand. In einem Protestschreiben kritisiert die Union der Opferverbände kommunistischer Gewaltherrschaft e.V. (OUKG) Lenin als den Begründer eines totalitären Systems und fordert eine umfassende Auseinandersetzung mit den Verbrechen des Kommunismus. Die Diskussion über Lenins Erbe ist somit alles andere als einerlei.
Was ist nun mit der Statue?
Die Anwohner in Dreesch sind alarmiert. Sie sehen in der Statue nicht nur eine umstrittene Figur, sondern ein Stück ihrer eigenen Geschichte. Eine „Entfremdung“ der Statue, etwa durch Überwucherung mit Pflanzen oder die Aufstellung in einem ehemaligen KGB-Gefängnis, wird abgelehnt. Besonders Thore Stein, kulturpolitischer Sprecher der AfD-Landtagsfraktion, spricht sich für die Idee der Entfremdung aus, um eine weitere Umgestaltung zu vermeiden.
Der Stadtrat wird im kommenden Dezember über die Zukunft des Denkmals entscheiden. Dabei wird auch die Frage im Raum stehen, ob und wie der historische Kontext von Lenin gewürdigt werden kann. Die Gedanken um die Statue führen in Schwerin zu einer breiten Diskussion über die Erinnerungskultur in Deutschland.
Ein Blick auf Lenins Erbe
Vladimir Ilyich Ulyanov, besser bekannt als Lenin, wurde am 22. April 1870 in Simbirsk, Russland, geboren. Als revolutionärer Politiker und Führer der Sowjetunion von 1922 bis zu seinem Tod 1924 prägte er die Weltgeschichte nachhaltig. Er gilt als Gründer der Bolschewiki und spielte eine zentrale Rolle bei der Oktoberrevolution sowie der anschließenden Etablierung des ersten kommunistischen Staates. Lenin implementierte grundlegende Veränderungen wie die Abschaffung des Privateigentums oder die Nationalisierung wichtiger Industrien und Banken. Doch sein Erbe ist komplex und spaltet die Meinungen bis heute. Wikipedia und Britannica beleuchten sowohl seine politischen Errungenschaften als auch die autoritären Maßnahmen, die er einführte, um die Bolschewiki an der Macht zu halten.
Angesichts der aktuellen Diskussion um das Denkmal in Schwerin ist es nicht zuletzt die Frage des kollektiven Gedächtnisses, die hier auf dem Spiel steht. Wie gehen wir mit der Erinnerung an eine solch umstrittene Figur um? Der Weg zur Entscheidung ist geebnet, doch die Meinungen sind vielfältig und emotiv. Die Schweriner Bürger dürfen gespannt auf den kommenden Beschluss des Stadtrats blicken.