Nach vier Jahren intensiver Modernisierungsarbeiten erstrahlt das Staatliche Museum Schwerin in neuem Glanz. Die Wiedereröffnung des Hauses zog in den ersten vier Tagen bereits etwa 8.500 Besucher an. Dies geschah passend zum langen Wochenende um den Reformationstag, einer idealen Gelegenheit für Kunstliebhaber und Neugierige, die neuen Räumlichkeiten und Ausstellungen zu erkunden. Der Eintritt ins Museum ist für die nächsten vier Jahre kostenlos – ein großzügiges Geschenk der Dorit- und Alexander-Otto-Stiftung sowie des Landes Mecklenburg-Vorpommern.
Die Modernisierung umfasste eine umfassende Neugestaltung der Ausstellungsräume, die nun insgesamt 400 Quadratmeter bieten. Im Untergeschoss bekommt die moderne Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts ihren Platz. Hier können Besucher Werke von renommierten Künstlern wie Günther Uecker, Cornelia Schleime und Wolfgang Mattheuer entdecken. Darüber hinaus sind auch Kunstwerke von Künstlern aus Mecklenburg und Vorpommern wie Matthias Wegehaupt und Otto Niemeyer-Holstein zu sehen.
Alte Meister neu präsentiert
Im Obergeschoss hat Kurator Gero Seelig die Alten Meister frisch in Szene gesetzt. Zu den hervorstechenden Exponaten gehören prägnante Werke wie „Die Torwache“ von Carel Fabritius und bemerkenswerte Stücke von Frans Hals. Ein echtes Highlight sind die drei Rembrandt-Gemälde, die für die nächsten sechs Monate aus dem berühmten Rijksmuseum in Amsterdam ausgeliehen wurden.
Die Anfänge des Museums gehen auf das Jahr 1882 zurück, und die Modernisierung wurde mit 7,5 Millionen Euro von der Dorit-Alexander-Otto-Stiftung sowie 4 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern realisiert. Die Architektin Marlene Wetzel war für die Umgestaltung verantwortlich, die auch den Eingangsbereich und die Farbgebung des Hauses umfasste. Ein Anbau aus dem Jahr 2016 bleibt vorerst geschlossen und soll bis Anfang 2027 saniert werden.
Faszination moderne Kunst
Die neue Ausstellungskonzeption des Staatlichen Museums Schwerin zeigt eindrucksvoll, wie das 20. Jahrhundert in der Kunst spürbar wurde. Künstler wie Max Liebermann und Pablo Picasso prägen die erste Etage mit dem Thema „Neues Sehen“, während der zweite Raum mit der zentralen Skulptur „Die Sinnende“ von Wilhelm Lehmbruck (1914) sich der Zeit des Ersten Weltkrieges zuwendet und unter dem Titel „Krise und Umbruch“ bekannt ist. Das Museum bietet zudem einen Einblick in die Schweriner Sammlung von Marcel Duchamp, die den Einfluss dieses Künstlers auf nachfolgende Generationen verdeutlicht. Die Fluxus-Kollektion der Familie Kelter findet ebenfalls ihren Platz und bringt weitere Facetten der zeitgenössischen Kunst zu Licht.
Das Thema „Das andere Porträt“ wird durch Arbeiten von Künstlern wie Gröszer, Brüne, Wetzel, Uecker und Nam June Paik bereichert. Besonders Günther Uecker nimmt eine zentrale Rolle ein, indem er seine Werke zur Heimat Mecklenburg zeigt und die Herausforderungen kompositorischer Kreativität mit politischen Themen kombiniert.
In einem Land mit einer lebendigen Museumslandschaft, das die Komplexität moderner und zeitgenössischer Kunst feiert, macht das Staatliche Museum Schwerin mit dieser Neugestaltung einen wichtigen Schritt voraus. Für viele Besucher wird es eine gute Gelegenheit sein, spannende Kunst zu entdecken und Teil dieser aufregenden Entwicklung zu werden. Die modernen Kunstmuseen in Deutschland, wie das Museum Ludwig in Köln oder die Schirn Kunsthalle in Frankfurt, beweisen, dass diese Kunstform lebendig und zugänglich ist. Sie alle tragen zur kulturellen Vielfalt des Landes bei und ziehen Kunstliebhaber aus aller Welt an.