Prozessbeginn in Stralsund: Zwangsprostitution und Gewalt enthüllt!

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Am Landgericht Stralsund beginnt ein Prozess gegen einen Mann wegen Zwangsprostitution und Körperverletzung seiner Freundin.

Am Landgericht Stralsund beginnt ein Prozess gegen einen Mann wegen Zwangsprostitution und Körperverletzung seiner Freundin.
Am Landgericht Stralsund beginnt ein Prozess gegen einen Mann wegen Zwangsprostitution und Körperverletzung seiner Freundin.

Prozessbeginn in Stralsund: Zwangsprostitution und Gewalt enthüllt!

Am Landgericht Stralsund hat heute ein Prozess gegen einen 39-jährigen Mann begonnen, der wegen Zwangsprostitution und Körperverletzung angeklagt ist. Der Vorwurf ist schwer: Der Angeklagte soll seine Lebensgefährtin über einen Zeitraum von vier Jahren, von Mitte 2021 bis Ende Juni 2025, zur Prostitution gezwungen und dabei regelmäßig Gewalt angewendet haben, um sie gefügig zu machen. NDR berichtet, dass er die Frau auch mehrfach geschlagen habe, um seinen Willen durchzusetzen.

Im Detail wird dem Angeklagten vorgeworfen, über Internetportale Anzeigen für sexuelle Dienstleistungen veröffentlicht zu haben. Aussagen der Staatsanwaltschaft zufolge begleitete er seine Lebensgefährtin zu den Treffen mit Freiern im Großraum Greifswald und kassierte das Geld. Nach seinen eigenen Angaben kamen anfangs fünf bis sechs Freier pro Tag, bevor die Anzahl sank, als die Geschädigte einen Beruf aufnahm. Es soll sogar bis zu tausend Termine mit Freiern gegeben haben. Laut n-tv seien die bisherigen Aussagen des Angeklagten lückenhaft und widersprüchlich gewesen.

Zwangsprostitution und ihre Folgen

Was genau ist Zwangsprostitution? Sie beschreibt das Zwingen einer Person zur Prostitution durch Gewalt oder Drohungen. Die rechtlichen Grundlagen dafür sind im § 232a StGB verankert, wobei die Strafen erheblich sind: Freiheitsstrafen von sechs Monaten bis zu zehn Jahren können im Raum stehen, je nach Schwere des Falls. Die Geschehnisse rund um diesen Prozess sind ein Beispiel für die schockierenden Aspekte der Zwangsprostitution, die oft im Verborgenen bleibt. Fachanwalt verdeutlicht, dass viele Opfer psychische und physische Schäden erleiden und häufig aus Angst nicht zur Polizei gehen.

Die Vorsitzende Richterin verwies während des Prozesses auch auf Aufnahmen von blauen Flecken, die die Schmerzen der Geschädigten dokumentieren. Die Mutter der Frau sprach ebenfalls über die Bedrohungen und Übergriffe, die ihr widerfahren sind, während ihr Vater den Angeklagten als “Pascha” bezeichnete, der die Kontrolle über seine Tochter ausübte. Auch wenn der Angeklagte teils gestand, dass seine Freundin keineswegs freiwillig in die Prostitution gehen wollte, behauptete er, sie hätte sich zuerst selbst angeboten und sei dann immer wieder von ihm zu den Treffen gezwungen worden.

Der Weg zum Urteil

Für die kommenden Tage sind bereits zwei weitere Prozesstage angesetzt, bevor das Gericht in der Woche vor Weihnachten zu einer Entscheidung kommen könnte. Es wird eine Verständigung über ein mögliches Strafmaß angestrebt, das zwischen drei Jahren und zehn Monaten bis hin zu vier Jahren und sechs Monaten liegen könnte, abhängig von einem umfassenden Geständnis des Angeklagten. Dabei standen die Verhandlungen mehrfach auf der Kippe, da die Aussagen des Angeklagten nicht nur unzureichend, sondern auch oft widersprechend waren, was den Prozessverlauf erschwerte. Der Angeklagte, der nach einem Schlaganfall im Jahr 2023 gesundheitliche Probleme hat, muss sich nun den Fragen des Gerichts und den Vorwürfen stellen. Ob er sich der Verantwortung stellt oder weiter ablenkt, bleibt abzuwarten.