Reparatur der Poeler Kogge Wissemara: maritimes Erbe in Gefahr!
Die Poeler Kogge „Wissemara“ wird zur Reparatur nach Stralsund überführt, um ihre Seetüchtigkeit als maritimes Denkmal zu sichern.

Reparatur der Poeler Kogge Wissemara: maritimes Erbe in Gefahr!
In Wismar hat die Poeler Kogge „Wissemara“, ein Nachbau eines mittelalterlichen Handelsschiffes, einen herben Rückschlag erlitten. Die Hoffnung der Fans und des Poeler Koggen Vereins, die legendäre Kogge zeitnah reparieren zu lassen, hat sich mit der Absage einer Rostocker Werft zerschlagen. Laut Wismar FM wurde nun ein Termin bei der Strela-ShipRepair-Werft in Stralsund für Mitte November vereinbart. Diese Fahrt zur Werft wird rund zwei Tage in Anspruch nehmen und muss aus eigener Kraft des Schiffes durchgeführt werden.
Die „Wissemara“ ist nicht nur ein maritimes Wahrzeichen der Region Wismar, sondern auch ein beliebter Anziehungspunkt für Hafenfeste und traditionelles Seefahren. Leider wurzelt die aktuelle Situation in schwerwiegenden Sicherheitsmängeln, die bei einer Inspektion entdeckt wurden. Die Holzaußenhaut des Schiffes wurde als mangelhaft befunden, was zur sofortigen Stilllegung führte. Dies beutetet, dass geplante Fahrten in der laufenden Saison abgesagt werden mussten. Der Verein sieht sich nun erheblichen finanziellen Verlusten gegenüber, wie Boote Magazin berichtet. Der Vorsitzende Gerd Lemke bezeichnet die Schließung als “harte Niederlage” für den Verein, der vor allem von Mitgliedsbeiträgen und Spenden lebt.
Finanzielle Herausforderungen und Reparaturpläne
Die Abwesenheit der Kogge von den Gewässern schlägt schwer auf die Kassen des Poeler Koggen Vereins, der rund 450 Mitglieder zählt. Diese stehen nun vor der Herausforderung, die finanziellen Lücken zu schließen und die Reparaturkosten zu decken. Die altehrwürdige Kogge wurde in den 1990er-Jahren nach historischen Vorbildern gebaut und sollte das Erbe der hanseatischen Schifffahrt lebendig halten.
Ein Antrag der Fraktion „Bürger für Wismar“ in der Bürgerschaft hatte zuletzt das Potenzial, die Reparatur von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) durchführen zu lassen. Doch Bausenator Michael Berkhahn stellte klar, dass TKMS nicht über die nötigen Fachkräfte für Holzschiffe verfügt. Der Antrag wurde schließlich abgelehnt, und eine Anfrage des Koggen-Vereins an TKMS blieb unbeantwortet. Dies verstärkt die Sorgen um die künftige Seetüchtigkeit des Schiffes, das als schwimmendes Denkmal für die Region von großer Bedeutung ist.
Das Gegenteil könnte der Fall sein, wenn die Reparaturen rechtzeitig und fachgerecht durchgeführt werden. Nur so kann sichergestellt werden, dass die „Wissemara“ bald wieder ihr ureigenes Element, das Wasser, erobern kann. Bis dahin wird der Verein weiterhin nach Lösungen suchen, um das andaralte Stück maritime Tradition zu bewahren und den Traumn von regulären Fahrten auf der Kogge eines Tages wieder wahr werden zu lassen.