Von Baustelle zu Bühne: Stralsunder Bodybuilder warnt vor Doping-Risiken!
Alireza Arghandepour, Bodybuilder aus Stralsund, verfolgt Disziplin und gesunde Ernährung für Wettkämpfe. Tipps zur Fitness und Dopingwarnungen.

Von Baustelle zu Bühne: Stralsunder Bodybuilder warnt vor Doping-Risiken!
Alireza Arghandepour ist nicht nur Bauleiter in Mecklenburg-Vorpommern, sondern auch begeisterter Bodybuilder. Sein Alltag beginnt früh: Um 6 Uhr steht er auf, und oft kehrt er erst nach einem langen Arbeitstag von bis zu 12 Stunden nach Stralsund zurück. In dieser Zeit widmet er sich intensiv seinem Training und der Ernährung, zwei zentrale Säulen seines Lebens, die ihn in den letzten fünf Jahren auf dem Weg zu seinem Idealbild des „perfekten“ Körpers begleitet haben. Durch seine strenge Diät und ein hartes Trainingsregime hat er in nur sechs Monaten fast 30 Kilogramm abgenommen und seine Kalorienzufuhr von 3500 auf 1800 pro Tag reduziert. Ostsee-Zeitung berichtet, dass Alireza vier- bis fünfmal pro Woche im Fitnessstudio anzutreffen ist, wo er an seiner Wettkampfvorbereitung arbeitet.
Seine Ernährungsgewohnheiten sind bemerkenswert: Täglich seis Mahlzeiten – hauptsächlich Reis mit Hühnchen, Reiswaffeln mit Putenaufschnitt und Eiweißshakes. Um seinen strengen Ernährungsplan einzuhalten, kocht er seine Mahlzeiten vor und nimmt sie mit zur Baustelle. Aktuell bereitet er sich auf die Ostdeutschen und Deutschen Meisterschaften vor und hat beim ersten Wettkampf knapp die Top 5 unter 25 Startern verpasst. Sein Ziel ist es, im kommenden Jahr erneut an Wettkämpfen teilzunehmen. Dabei lässt ihn Arnold Schwarzenegger, sein großes Vorbild, nicht los.
Die dunkle Seite des Bodybuilding
Was viele nicht wissen: Bodybuilding gilt als eine der riskantesten Sportarten, vor allem wegen des verbreiteten Dopingmissbrauchs. Eine Studie der Universität Padua hat gezeigt, dass zwischen 2005 und 2020 bei 20.286 männlichen Bodybuildern, die an IFBB-Wettbewerben teilgenommen haben, 121 im Beobachtungszeitraum starben. Knapp 40% dieser Todesfälle waren auf einem plötzlichen Herztod zurückzuführen. Sportschau stellt fest, dass das Risiko im Bodybuilding im Vergleich zu anderen Sportarten wie Fußball oder Marathon deutlich höher ist. So starben 7% der Bodybuilder, die am "Mr. Olympia" teilnahmen, an plötzlichem Herztod.
Alireza warnt ebenfalls vor den Gesundheitsrisiken, fest entschlossen, Doping zu vermeiden, da Athleten nicht regelmäßig getestet werden. Die gesundheitlichen Gefahren, insbesondere durch Anabolika, sind ernst. Diese Substanzen können zu Hormonstörungen, Organschäden und Herzrhythmusstörungen führen – Warnungen, die von Fachleuten wie der Kardiologin Claudia Beckendorf unterstützt werden.
Eine tiefere Einsicht in die Gefahren bietet das Institut für Biochemie an der Deutschen Sporthochschule Köln, das thematisiert, dass Anabolika mit schweren Nebenwirkungen verbunden sind. DSHS Köln weiß, dass sowohl positive als auch negative psychotrope Effekte auftreten können, die von Euphorie bis zu vermehrter Aggressivität reichen. Hoch dosierte Anabolika haben das Potenzial, das Verhalten erheblich zu verändern und könnten dazu führen, dass Bodybuilder in ernsthafte gesundheitliche Schwierigkeiten geraten.
In einem Umfeld, das von zunehmendem Druck und dem Streben nach Perfektion geprägt ist, bleibt die Frage: Wie gesund ist der Weg zum „perfekten“ Körper tatsächlich? Während Alireza Arghandepour den natürlichen Weg geht, steht er vielen der Ungewissheiten gegenüber, die mit Doping im Bodybuilding verbunden sind. Sein Mut und seine Disziplin sind bewundernswert, doch die Schattenseiten des Sports werfen einen langen Schatten auf den Weg zum Erfolg.