Wismar boomt: 140 neue Jobs bei TKMS schaffen U-Boot-Zukunft!
Wismar erlebt einen Jobboom mit 140 neuen Mitarbeitern bei TKMS, das bis 2029 auf 1500 anwachsen will. Investitionen in U-Boot-Produktion steigen.

Wismar boomt: 140 neue Jobs bei TKMS schaffen U-Boot-Zukunft!
Der Boom in der U-Boot-Produktion lässt den Jobmarkt in Wismar ordentlich anspringen. Die deutschen Marineschiffbauer von TKMS haben erst kürzlich rund 140 neue Mitarbeiter eingestellt, um die steigende Nachfrage zu meistern. Laut Ostsee-Zeitung arbeiten damit nun mehr als 400 Angestellte auf der Werft. Bis zum Ende des Jahres 2029 soll sich diese Zahl auf etwa 1.500 erhöhen.
Ein Blick auf die Statistiken zeigt: Der Auftragsbestand von TKMS, aktuell bei einem Rekordwert von 18,2 Milliarden Euro, ist 55% höher als im Vorjahr. Dies ist keine einfache Zahlenakrobatik, sondern eine klare Reaktion auf eine wachsende Anzahl von Aufträgen, darunter die Lieferung von U-Booten für die Deutsche Marine und der Bau des Forschungseisbrechers „Polarstern“. Das Unternehmen hat den Zuschlag für den Forschungseisbrecher erhalten und plant, die Produktionskapazitäten in Wismar erheblich auszubauen.
Investitionen in die Zukunft
Ein wesentliches Element dieser Expansion sind die geplanten Investitionen von über 200 Millionen Euro. Diese Gelder fließen in die Modernisierung der Halleninfrastruktur und in die Installation einer neuen Produktionslinie für U-Boote. Diese schnelle Entwicklung ist nicht zufällig, denn TKMS zielt darauf ab, Wismar zu einer Hybridwerft zu machen, die für mehrere Projekte gleichzeitig eingesetzt werden kann, darunter auch Teile des F127-Fregattenprojekts.
Die Personalsituation darf nicht unbeachtet bleiben. Abgesehen von den frisch eingestellten 140 Arbeitskräften sind nahezu 90 Prozent der neuen Mitarbeiter ehemalige Angestellte der Meyer Werft. Diese Personalpolitik könnte sich als kluger Schachzug entpuppen, denn die Fachkräfte bringen bereits wertvolle Erfahrungen mit. Doch die Umstrukturierung steht noch am Anfang, das Unternehmen plant schon heute, wesentliche Teile der Werft bis 2025 umzurüsten.
Wettbewerb im Schiffbau
Der internationale Schiffbau steht unter Druck. In Zeiten des globalen Wettbewerbs versuchen europäische Werften, innovative Schiffe zu entwickeln, um ihre Marktanteile zu halten. Ein Blick auf die Zahlen von Statista zeigt, dass der globale Schiffbau von 2013 bis 2021 eine schwere Krise durchlebte. Doch die Zeichen der Erholung sind sichtbar: Die deutschen Werften erzielten im Jahr 2023 einen Umsatz von rund sieben Milliarden Euro, was über den Durchschnitt der letzten Jahre liegt.
Für TKMS ist der Wettbewerb eine Herausforderung, gleichzeitig aber auch eine Chance. Mit dem stetig wachsenden Auftragsbestand ist das Unternehmen bestens aufgestellt, um auch international weiter Fuß zu fassen. Unter anderem laufen derzeit Verhandlungen über Aufträge mit Kanada und Indien. Und die Hoffnung auf weitere Aufträge, wie am Fregatten-Projekt 126 für die Deutsche Marine, könnte sich bald auszahlen.
Zusätzlich gibt es spannende Entwicklungen in der Umgebung. TKMS hat ein unverbindliches Kaufangebot für die benachbarte Kieler Werft German Naval Yards abgegeben, deren Höhe geheim bleibt. Diese strategischen Schritte können die Position von TKMS auf dem internationalen Markt weiter festigen, während die Konkurrenz, vor allem aus China, immer intensiver wird. Die Werftbranche bleibt also spannend und dynamisch – und für Wismar stehen die Zeichen auf Wachstum.