Zukunft der Wismarer Altstadt: Diskutieren Sie mit!
Wismar diskutiert am 19.11.2025 in Bürgerveranstaltungen die Zukunft der Altstadt und ihre wirtschaftliche Belebung.

Zukunft der Wismarer Altstadt: Diskutieren Sie mit!
In Wismar wird am Mittwoch ein wichtiges Kapitel für die Zukunft der Altstadt aufgeschlagen. Im Bürgerschaftssaal des Rathauses finden gleich zwei Beteiligungsveranstaltungen statt, die Bürger und Vertreter der lokalen Wirtschaft zusammenbringen. Das Ziel: Ideen und Impulse zur wirtschaftlichen Belebung der Altstadt zu sammeln.
Der erste Austausch beginnt um 15:00 Uhr und richtet sich an die Gastronomie, Hotellerie sowie an Vereine und Verbände. Um 18:30 Uhr folgt die zweite Veranstaltung, die speziell für Einzelhändler gedacht ist. Diese Formate bieten Raum für offene Diskussionen, konstruktive Kritik und kreative Vorschläge, alles im Dialog mit der Stadtverwaltung. Besonders die Herausforderungen wie leerstehende Geschäfte, das veränderte Konsumverhalten und die Ansprüche des Tourismus stehen dabei im Vordergrund. Die Stadt Wismar setzt auf Mitgestaltung, um die Innenstadt als Wirtschafts-, Kultur- und Begegnungsraum zu stärken, wie Wismar.fm berichtet.
Einrichtungen und Anreize in der Diskussion
Die Initiativen zur Belebung der Innenstadt schließen auch spezifische Vorschläge ein, die zu einem attraktiveren Angebot führen sollen. Themen wie längere Öffnungszeiten, neue Parkmöglichkeiten, und eine sogenannte „Brötchentaste“ für kurze Einkäufe stehen auf der Agenda. Der Abgabeschluss für Vorschläge war bereits Ende September, und es sind rund 25 Rückmeldungen eingegangen, die nun an die Wirtschaftsausschüsse weitergeleitet wurden, wie die Ostsee-Zeitung vermerkt. Auch in öffentlichen Sitzungen des Wirtschaftsausschusses wurde über verschiedene Punkte diskutiert, die Empfehlungen für die Stadtverwaltung nach sich ziehen sollen.
CDU-Fraktionschef Siegfried Ballentin hebt die aktive Mitgestaltung des Prozesses hervor. Die Vorschläge beinhalten unter anderem Modifikationen der Sondernutzungs- und Gestaltungssatzung. Ziel ist es, den Einzelhändlern mehr Gestaltungsfreiheit zu geben und die starren Regelungen zu lockern. Zudem wünschen sich die Beteiligten mehr Aufenthaltsmöglichkeiten, sowie mehr Stadtgrün und eine bessere Verbindung zwischen dem Hafen und der Altstadt.
Bewertung der aktuellen Situation
Inmitten dieser Diskussionen äußert Herbert Wenzel, der Chef des Brauhauses am Lohberg, Bedenken über den Leerstand und den Druck, den Wettbewerber wie Einkaufszentren auf die Innenstadt ausüben. Ein Hauptkritikpunkt sind die hohen Abgaben, wie die Bettensteuer und Gewerbesteuer, sowie teure Parkgebühren, die das Kundenaufkommen schmälern. Wenzel sieht jedoch auch großes Potenzial in Bereichen der Gastronomie, Dienstleistungen und kulturellen Veranstaltungen.
Die Parkplatzsituation wird von vielen als problematisch angesehen. Die Mangel an Kundenparkplätzen und die teuren Gebühren im Vergleich zu kostenlosen Alternativen sind Themen, die die Wismarer Bürger beschäftigen. Es wird erwartet, dass die bevorstehenden Veranstaltungen zahlreiche wertvolle Ideen und Anregungen bringen, die zur weiteren Entwicklung der Innenstadt beitragen könnten.
Der Wunsch nach lebendigen Innenstädten, wo Menschen zusammenkommen und sich begegnen können, ist in der gesamten Diskussion spürbar. Die Gestaltung von öffentlichen Räumen und die Berücksichtigung von bedürfnisgerechten Aufenthaltsmöglichkeiten sind dabei entscheidend, um eine Atmosphäre zu schaffen, die zum Verweilen einlädt. Diesen Gedanken hat auch der Deutsche Caritasverband aufgegriffen, der sich mit sozialer Arbeit am Projekt Stadtimpulse beteiligt. Starke Partnerschaften sind gefragt, um innovative Lösungen zu entwickeln.
Die kommenden Veranstaltungen in Wismar bieten somit eine wertvolle Plattform, um die Zukunft der Altstadt aktiv mitzugestalten und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, die der Innenstadt wieder mehr Leben einhauchen.