In Peenemünde, einer kleinen Stadt an der deutschen Ostseeküste, wird das Museumsschiff „Hans Beimler“ derzeit umfassend repariert. Am 25. November brachen zwei Schlepper mit dem ehemaligen Raketenschiff in Richtung Wolgast auf, wo das Unterwasserschiff neuen Anstrich und Konservierung erhält. Die Aktion wurde von den Mitgliedern des Fördervereins Peenemünde koordiniert, die bereits seit 35 Jahren für die Instandhaltung des Schiffs sorgen. Laut NDR müssen die geschätzten Reparaturkosten von etwa 55.000 Euro durch Ticketerlöse sowie Sponsoren und staatliche Förderungen aufgebracht werden.
Am Dienstag ging es früh los: Um 9 Uhr trafen die Schlepper im Hafen von Peenemünde ein. Es war ein reibungsloser Ablauf, so Lutz Hübner, der Schatzmeister des Fördervereins. Von den 38 Mitgliedern der ehemaligen Besatzung waren acht an Bord, als das inzwischen manövrierunfähige Schiff um 10 Uhr die Reise antrat. Doch bevor das Schiff seine Reise antreten konnte, waren bürokratische Hürden zu meistern. Der Rumpf der „Hans Beimler“, die einst vor der Küste der Ostsee im Einsatz war, gilt als Waffe, weshalb eine Genehmigung nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz notwendig war. Diese Genehmigung hatten sich das Historisch-Technische Museum und der Förderverein in wochenlanger Arbeit erkämpft.
Die Geschichte des Schiffs
Die „Hans Beimler“ ist Teil der Tarantul-Klasse und war eines der modernsten Boote der Volksmarine der DDR, ausgestattet mit einem Bordcomputer. Das Schiff wurde 1990 außer Dienst gestellt und ist heute das letzte erhaltene NVA-Schiff seiner Klasse. Rund 18.000 Besucher haben im letzten Jahr das historische Schiff besichtigt. Während der Arbeiten in Wolgast werden das Unterwasserschiff gereinigt, konserviert und neu gestrichen, bevor die „Hans Beimler“ wieder nach Peenemünde zurückkehrt; geplant ist eine Rückkehr innerhalb der nächsten vier Wochen, so die Mitglieder des Fördervereins laut Lomazoma.
Die „Hans Beimler“ bietet heute Besuchern die Möglichkeit, die Brücke, die Mannschaftsmesse und mehrere Decks zu besichtigen. Die Hafenbetriebsgesellschaft und verschiedene Marinekameradschaften arbeiten weiterhin daran, die Ausstellung zu verbessern und innovative Elemente einzuführen, darunter eine Audioanlage, die Manöverfilme und Videotagebücher zeigt. Das Museumsschiff soll nicht nur konserviert, sondern auch lebendig gehalten werden, um die Geschichte der ehemaligen Volksmarine zu vermitteln; das Schiff trägt dazu bei, das maritimen Erbe der Region zu bewahren. Ein Besuch ist ab dem 2. Februar 2017 möglich, wobei eine telefonische Voranmeldung empfohlen wird, um die verfügbaren Kapazitäten zu sichern erfahren wir auf der Website von Peenemünde West.