In Waren, Mecklenburg-Vorpommern, wird ein neues Kompetenzzentrum für ganztägige Bildung ins Leben gerufen. Unter dem Projektnamen „Big HuG – Kompetenzzentrum Bildungsgemeinschaft Hort und Grundschule“ soll es Horte und Grundschulen unterstützen, um den kommenden Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung ab dem Schuljahr 2026/2027 umzusetzen. Dies ist ein wichtiges Vorhaben, das nicht nur die Bildung unserer Kinder verbessern soll, sondern auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf fördert.

Das Land unterstützt dieses Modellprojekt großzügig mit 480.000 Euro, gedeckt für den Zeitraum vom 1. Juni 2025 bis 31. Mai 2028. Träger dieses zukunftsweisenden Projekts ist die RAA – Demokratie und Bildung Mecklenburg-Vorpommern e. V. Bildungsministerin Simone Oldenburg unterstreicht die Bedeutung verlässlicher Strukturen, qualifiziertem Personal und guter Zusammenarbeit zwischen Schulen und Horten. Ihrer Meinung nach sind diese Faktoren essenziell für eine qualitative ganztägige Bildung.

Ziele des Kompetenzzentrums

Der Fokus des neuen Kompetenzzentrums liegt klar auf der Unterstützung bestehender Bildungsstrukturen. Analysen von aktuellen Angeboten und deren Entwicklung stehen an erster Stelle, um die Organisation sowie die Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen optimal zu begleiten. Außerdem werden Multiplikatoren geschult, damit sie in ihren Beratungstätigkeiten auf dem neuesten Stand bleiben und somit eine Fachberatung für die Horte und Grundschulen bereitstellen können. Ziel ist es, allen Kindern die gleichen Chancen auf eine qualitativ hochwertige Bildung zu ermöglichen, egal wo sie leben oder welche Einrichtung sie besuchen.

Der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung wurde bereits am 10. September 2021 im Rahmen des Ganztagsförderungsgesetzes beschlossen. Für die Grundschulkinder wird ab August 2026 schrittweise eine Betreuung von acht Stunden an allen fünf Werktagen eingeführt, die auch während der Ferienzeit gelten soll, mit maximal vier Wochen Schließzeit pro Jahr. Langfristig sollen bis 2029 alle Kinder der ersten bis vierten Klassenstufe Anspruch auf diese Angebote haben.

Investitionen und Zukunftsperspektiven

Um diesen Rechtsanspruch zu finanzieren, stellt der Bund bis zu 3,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Ganztagsbetreuung zur Verfügung. Die jährlichen Mittel werden bis 2030 auf bis zu 1,3 Milliarden Euro steigen. Dieser Ausbau soll nicht nur die Bildungschancen verbessern, sondern auch zur Steigerung der Erwerbstätigkeit von Müttern beitragen, wie ein Gutachten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung zeigt, welches einen Anstieg von zwei bis sechs Prozentpunkten prognostiziert.

Waren hat durch das neue Kompetenzzentrum die Chance, eine Vorreiterrolle in der Umsetzung dieser wichtigen Bildungspolitik einzunehmen. Der Bedarf an Ganztagsangeboten für Grundschulkinder ist in vielen Regionen noch nicht gedeckt, und lokale Initiativen wie diese könnten entscheidend dazu beitragen, die vorhandene Betreuungslücke zu schließen und die Bildungslandschaft nachhaltig zu verbessern. Für zahlreiche Familien schaffen solche Maßnahmen ein Stück mehr Planungssicherheit und eine bessere Vereinbarkeit von Berufs- und Familienleben.

Weitere Informationen dazu finden Sie in den Berichten von Wir sind Müritzer und Bildungsklick sowie den Neuigkeiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.