In Aurich gibt es derzeit große Herausforderungen bei der Umsetzung der Pläne für einen Waldfriedhof. Die vielversprechenden Ideen, die vor drei Jahren ins Leben gerufen wurden, sind vorerst gescheitert. Der Grund dafür liegt in den strengen Auflagen des Wasserschutzgebiets Aurich-Egels, wo die Bestattung von verrottbaren Urnen nicht gestattet ist. Dies hat dazu geführt, dass das Ausschreibungsverfahren für den Betrieb des Bestattungswaldes in Popens nicht erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Sowohl der Landkreis Aurich als auch der Oldenburgisch Ostfriesische Wasserverband (OOWV) haben die Bestattung mit verrottbaren Urnen abgelehnt, was die Möglichkeiten stark einschränkt.
Die Auricher Verwaltung hat bereits Gespräche mit der Unteren Wasserbehörde geführt, um eine Lösung zu finden, jedoch ohne Erfolg. Auch die politischen Parteien AWG und SPD haben sich gegen die Pläne ausgesprochen, da nicht-verrottbare Urnen langfristig aufspürbar sind und dies dem Grundgedanken der Rückführung in die Natur widerspricht. Trotz dieser Rückschläge bleibt die Stadt Aurich optimistisch und sucht weiterhin nach geeigneten Flächen für die Errichtung eines Waldfriedhofs.
Die Suche nach Alternativen
Die Stadtverwaltung hat verschiedene bestehende Waldflächen im Stadtgebiet ins Visier genommen. Darunter befinden sich alte Pläne für das Eschener Gehölz und das „Herrenholz“ am Böhnerweg, die erneut geprüft werden. Zudem steht die Stadt in Kontakt mit Kirchengemeinden, um die Möglichkeit zu erkunden, einen Bestattungswald auf kirchlichen Flächen einzurichten. In Wallinghausen besteht bereits eine gewisse Bereitschaft für Bestattungen unter Bäumen, doch auch hier stellt das Wasserschutzgebiet ein Hindernis dar.
Vor drei Jahren wurden die ursprünglichen Pläne für einen Waldfriedhof aus rechtlichen Gründen gestoppt. Unter den neuen Bedingungen gab es bisher keine Bewerbungen für den Betrieb des Waldfriedhofs, was die Situation zusätzlich kompliziert. Die Bestattung mit nicht-verrottbaren Urnen ist nicht nur teurer, sondern widerspricht auch dem ursprünglichen Gedanken eines naturnahen Bestattens.
Ein Blick in die Zukunft
Der Rat der Stadt Aurich hatte bereits am 09.07.2020 einen Grundsatzbeschluss zur Einrichtung eines Bestattungswaldes gefasst und die Verwaltung beauftragt, die notwendigen Schritte einzuleiten. Mehrere Interessenten, darunter die FriedWald GmbH und das Krematorium Ostfriesland, haben Konzepte vorgestellt, jedoch bleibt die Umsetzung der Pläne vorerst in der Schwebe. Eine umfangreiche Bewertungsmatrix wurde entwickelt, um die verschiedenen Betriebsmodelle vergleichbar zu machen, und die Ergebnisse werden dem Rat zur Entscheidung vorgelegt.
In anderen Regionen, wie beispielsweise in Waldsolms, haben Waldfriedhöfe bereits eine naturnahe Bestattungsalternative geschaffen. Hier sind Bestattungen unter Bäumen möglich, und der Waldfriedhof bleibt im ursprünglichen Zustand des Waldes. Solche Modelle könnten möglicherweise als Inspiration für Aurich dienen, wenn es darum geht, alternative Bestattungsformen zu finden und umzusetzen.
Die Stadt Aurich bleibt also am Ball und evaluiert kontinuierlich Folgemaßnahmen, um die Pläne für einen Waldfriedhof vielleicht doch noch zu realisieren. Ob und wie diese Ideen in der Zukunft Gestalt annehmen werden, bleibt abzuwarten.