Der tragische Fall der 16-jährigen Liana K. aus Friedland wirft erneut Fragen zur Sicherheit im Umgang mit ausreisepflichtigen Personen auf. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) hat in diesem Zusammenhang Maßnahmen gefordert, die die Abschiebehaft erleichtern sollen. Wie die Zeitung t-online berichtet, plant Niedersachsen eine Absenkung der Hürden für Haftbefehle, insbesondere für untergetauchte abgelehnte Asylbewerber.
Behrens äußerte ihre Forderung zur Schaffung von Haftbefehlen im Gespräch mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“. Dies soll bei der nächsten Innenministerkonferenz zur Sprache kommen. Richter könnten dabei zukünftige Abschiebehaft anordnen, die sofort in Kraft tritt, sobald die betroffene Person aufgegriffen wird. Derzeit ist die Beantragung von Abschiebehaft nur für befristete Zeit möglich, was die Ministerin als unzureichend kritisierte.
Der tragische Vorfall in Friedland
Die Hintergründe sind erschütternd: Ein 31-jähriger irakischer Asylbewerber ist verdächtigt, die junge Liana im Sommer am Bahnhof Friedland vor einen Zug gestoßen zu haben. Gegen ihn lag bereits seit März eine Abschiebeanordnung nach Litauen vor. Während der mutmaßliche Täter, der sich mittlerweile in einer psychiatrischen Klinik befindet, aufgrund einer Diagnose von paranoider Schizophrenie in Einzelhaft ist, steht die Frage im Raum, wie es zu diesem grausamen Vorfall kommen konnte. Der Justiz steht nun auch die CDU zur Seite, die eine lückenlose Aufklärung fordert und daher 147 Fragen an die Landesregierung gerichtet hat, um die Ursachen und Maßnahmen der Behörden zu beleuchten, um solche Taten in Zukunft zu verhindern.Die Tagesschau hebt hervor, dass sich die CDU zudem Einsicht in die Akten des Verdächtigen wünscht.
Liana wurde von einem Güterzug überrollt, und der Verdächtige hätte sich nach dem Dublin-System zur Verteilung von Flüchtlingen in Europa zur Tatzeit eigentlich in Litauen befinden müssen. Stattdessen führte sein Aufenthalt in Deutschland zu einer schweren Tragödie. Die Innenministerin hat jedoch angekündigt, nach diesem Vorfall Änderungen im Umgang mit abgelehnten Asylbewerbern vorzunehmen, was wohl kaum eine Entschuldigung für den Verlust eines jungen Lebens darstellt.
Abschiebungen in Deutschland
Aber wie käscht es den die Praxis der Abschiebungen in Deutschland? Laut der Bundeszentrale für politische Bildung wurden im Jahr 2024 insgesamt 20.084 Menschen abgeschoben, ein Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders auffällig sind die Zahlen der Minderjährigen, die zunehmend von Abschiebungen betroffen sind: 3.687 Kinder und Jugendliche mussten 2024 das Land verlassen, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren darstellt. Die Herausnahme dieser vulnerablen Gruppe aus dem normalen Abschiebeprozess stellt die Behörden vor massive Herausforderungen.Die bpb erklärt auch, dass Abschiebungen in Zusammenarbeit mit den Bundesländern, der Landespolizei und der Bundespolizei durchgeführt werden.
In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass viele Menschen mit abgelehntem Asylantrag die festgelegte Frist zur Ausreise nicht einhalten, was zu weiteren Diskussionen über die Wirksamkeit und Menschlichkeit der bestehenden Regelungen führt. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Reaktionen auf die tragischen Ereignisse in Friedland zukünftige Rahmenbedingungen verändern werden und ob die von Behrens geforderten Maßnahmen tatsächlich zu mehr Sicherheit führen.