Am 13. November 2025 ist es nun soweit: Vor dem Landgericht in Braunschweig startet ein weiteres Verfahren im bekannten Dieselskandal von Volkswagen. Dieses Mal stehen fünf Angeklagte, darunter vier Männer und eine Frau, unter dem Vorwurf, Kunden und Behörden in Europa sowie den USA getäuscht zu haben. Berichten von NDR zufolge, wurde die Anklage am frühen Abend verlesen, nachdem der Prozess am Vormittag wegen eines Krankenhausaufenthalts eines der Angeklagten unterbrochen werden musste.

Den Angeklagten wird eine Reihe schwerwiegender Vorwürfe gemacht, darunter Steuerhinterziehung, strafbare Werbung und Betrug. Diese Taten sollen nicht weniger als neun Millionen Fahrzeuge betreffen, was potenziell zu Schäden in Milliardenhöhe führen könnte. Unter den Angeklagten sind auch ehemalige Führungskräfte von Volkswagen, die laut Anklage von den Täuschungen gewusst haben und möglicherweise aktiv an der Entwicklung und Verbesserung der illegalen Abschalteinrichtung beteiligt waren.

Die Vorwürfe und deren Ursprung

Die Vorwürfe reichen bis ins Jahr 2006 zurück und betreffen einen Zeitraum bis September 2015, als die Manipulation der Abgaswerte bekannt wurde. Es war der berühmte “Dieselgate”-Skandal, der das Unternehmen in eine tiefe Krise stürzte und zum Rücktritt des damaligen Chefs Martin Winterkorn führte. Ein Prozess gegen Winterkorn wurde im Juli 2025 vorläufig eingestellt aufgrund gesundheitlicher Gründe, während die rechtlichen Probleme für VW noch lange nicht gelöst sind.

Experten beschreiben die Manipulation der Abgaswerte als „knallharten Betrug“. Volkswagen musste über 20 Milliarden Dollar an Strafen und Entschädigungen in den Vereinigten Staaten zahlen, und auch in Deutschland hagelte es hohe Bußgelder. In den letzten Jahren gab es eine ganze Reihe von Urteilen gegen frühere VW-Mitarbeiter, und die deutsche Justiz ist noch längst nicht durch mit den Verhandlungen.

Aussichten auf das Verfahren

Für das laufende Verfahren in Braunschweig sind mehr als 100 Verhandlungstage bis zum Ende des Jahres 2026 eingeplant. Den Angeklagten drohen mehrere Jahre Haft, sollten sie für schuldig befunden werden. Die Vorwürfe schüren nicht nur das öffentliche Interesse, sondern könnten auch das Vertrauen in den Automobilkonzern massiv belasten. Aktionärsvereinigungen haben bereits gegen Haftungsvergleiche geklagt, die VW 2021 mit ehemaligen Managern geschlossen hat.

Doch nicht nur rechtliche Herausforderungen stehen VW bevor. Auch die Umstrukturierung zur Elektromobilität hat begonnen. VW-Chef Oliver Blume bezeichnete die Situation als einen „Kulturschock“ und versicherte, dass aus der Krise Lehren gezogen wurden. Ein zukunftsweisender Schritt, der in Zeiten des Klimawandels und wachsender Anforderungen an die Automobilindustrie unerlässlich ist.

Hier bleibt zu hoffen, dass das Unternehmen sich nicht nur aus dieser schweren Lage herauskämpft, sondern auch zeigt, dass es gewillt ist, an einer nachhaltigen und umweltfreundlichen Zukunft zu arbeiten. Der Weg dorthin wird jedoch steinig sein und sicher noch viele Diskussionen und Auseinandersetzungen nach sich ziehen.