Stadt Braunschweig lehnt neue Hundekotbeutelspender ab – warum?

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Braunschweigs Stadtverwaltung lehnt die Aufstellung neuer Hundekotbeutelspender ab, trotz Beschwerden von Anwohnern über Verschmutzung.

Braunschweigs Stadtverwaltung lehnt die Aufstellung neuer Hundekotbeutelspender ab, trotz Beschwerden von Anwohnern über Verschmutzung.
Braunschweigs Stadtverwaltung lehnt die Aufstellung neuer Hundekotbeutelspender ab, trotz Beschwerden von Anwohnern über Verschmutzung.

Stadt Braunschweig lehnt neue Hundekotbeutelspender ab – warum?

In Braunschweig bleibt das Thema Hundekot und die richtige Entsorgung ein heißes Eisen. Der Stadtbezirksrat Südwest stellte im Mai 2025 einen Antrag zur Aufstellung von Hundekotbeutelspendern in Geitelde, die entlang des Verbindungsweges zwischen Geiteldestraße und An der Wasche platziert werden sollten. Stellvertretende Bezirksbürgermeisterin Julia Kark erklärte, dass der Antrag aufgrund zahlreicher Beschwerden von Fußgängern und Radfahrern eingereicht wurde, die sich über Hundehaufen beschwerten. Darüber hinaus gab es Rückmeldungen von Hundehaltern, die auf fehlende Beutelspender aufmerksam machten. Bemerkenswert ist, dass sogar zwei Anwohner angeboten haben, die Beutelstationen zu betreuen. Auf die in den letzten Monaten laut gewordenen Wünsche schien zunächst eine Lösung in Sicht.

Doch die Hoffnung wurde vor Kurzem durch eine Mitteilung der Stadtverwaltung zunichtegemacht. Am 19. November wurde bekannt gegeben, dass keine zusätzlichen Hundekotbeutelspender aufgestellt werden. Der Grund für diese Entscheidung wird in den hohen Personal- und Kostenaufwänden für Wartung und Befüllung gesehen. Laut den Verantwortlichen fehlen die finanziellen Mittel sowie die personellen Ressourcen zur Erweiterung des Bestandes. Stattdessen wird empfohlen, dass Hundehalter selbst Hunde-Säckchen im Handel erwerben und vorrätig anlegen, um die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner entsorgen zu können, wie regionalheute.de berichtet.

Das Problem im Detail

Die Hundekot-Verschmutzung auf Gehwegen, Spielplätzen und Grünanlagen stellt ein anhaltendes Problem dar. Studien belegen, dass Hundekot nicht nur ein Schandfleck in der Stadt ist, sondern auch ein Nährboden für Bakterien und Krankheitserreger darstellt. Beschwerden und Ermahnungen gegen die Hundekot-Verschmutzung bleiben oft erfolglos. Auch viele Hundehalter wissen nicht, wo sie die Hinterlassenschaften entsorgen sollen, was das Ganze zum Dauerstreitpunkt in vielen Städten macht. Hier könnte die Aufstellung von Hundekotbeutelspendern eine einfache Lösung darstellen, wie resorti.de darlegt.

Ein zusätzlicher Aspekt ist die rechtliche Lage: Das Aufsammeln von Hundekot ist nicht nur eine Frage der Pflege, sondern auch eine rechtliche Verpflichtung, die durch verschiedene Gesetze und Verordnungen geregelt ist. In vielen Kommunen gibt es Bußgelder von 35 Euro bis zu mehreren hundert Euro für Hundebesitzer, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen. Diese Strafen sollen durch regelmäßige Kontrollen sicherstellen, dass das öffentliche Bild der Stadt gewahrt bleibt. Innovative Ansätze zur Bekämpfung dieses Problems, wie die DNA-Analyse von Hundekot zur Identifizierung verantwortlicher Hundebesitzer, sind zwar in Sicht, wurden jedoch bislang als zu komplex und teuer abgelehnt, wie in der Stadt Bordeaux geschehen, wie citygie.com anführt.

Die Problematik der Hundekotbeseitigung bleibt ein drängendes Thema für viele Städte – auch in Braunschweig. Die aktuelle Entscheidung der Stadtverwaltung zeigt, dass kurzfristige Lösungen gefragt sind, auch wenn die finanziellen Mittel und Ressourcen begrenzt sind. Die Stadt könnte von einer nachhaltigen Sensibilisierungskampagne profitieren, um sowohl Hundehalter als auch die Allgemeinheit für das Thema zu gewinnen und somit ein Stück weit an der Sauberkeit des öffentlichen Raums zu arbeiten.