Protest gegen gigantisches Hühnergehege in Celle-Lévescault!
Über 160 Demonstranten protestierten am 29. November 2025 in Celle-Lévescault gegen ein geplantes Industrie-Hühnergehege.

Protest gegen gigantisches Hühnergehege in Celle-Lévescault!
Heute, am 29. November 2025, fand in Celle-Lévescault eine lebhafte Demonstration statt, die über 160 Menschen auf die Straße brachte. Der Protest begann um 11:30 Uhr vom Parkplatz des Zentrums und dauerte mehr als eine Stunde. Die Teilnehmer setzen sich vehement gegen das geplante Projekt eines industriellen Hühnergeheges ein, das 150.000 Legehennen beherbergen soll und von den Établissements Riquet betrieben werden soll. Der Präfekt der Vienne, Serge Boulanger, hatte am 10. Oktober die Genehmigung für den Bau erteilt, was den Widerstand der Bürger nur weiter anheizte. Organisiert wurde die Demonstration von dem Kollektiv „Bien vivre à Celle-Lévescault“.
Die Sorgen der Demonstranten sind vielschichtig und reichen von gesundheitlichen und ökologischen Bedenken bis hin zu Fragen der Wirtschaftlichkeit. Die intensive Tierhaltung in Verbindung mit einem Standort nahe der Natur stößt auf großes Unverständnis. In Anbetracht der aktuellen Situation in Europa, wo die Vogelgrippe sich ausbreitet und dramatische Folgen für die Tierhaltung hat, erscheinen diese Bedenken besonders gerechtfertigt. Laut anses.fr können Hühner durch den Kontakt mit wilden Vögeln oder sogar anderen heimischen Arten infiziert werden, während sich das Virus durch verschiedene Faktoren, wie migratorische Bewegungen oder unzureichende Hygienepraktiken, schnell verbreitet.
Gesundheitsrisiken und Umweltbedenken
Die Sorgen von animal welfare-Organisationen sind nicht unbegründet. In Deutschland beispielsweise mussten über 500.000 gesunde Tiere getötet werden, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. In diesem Zusammenhang appelliert Tierschutz Austria an ein Umdenken in der Seuchenbekämpfung, weg von der reaktiven Keulungsstrategie hin zu präventiven Impfungen. Martin Aschauer, Sprecher von Tierschutz Austria, meint, dass die industrielle Tierhaltung als Brandbeschleuniger für Tierseuchen gilt. Er fordert mehr Vorsorge und eine klare Impfstrategie gegen die Vogelgrippe.
In mehreren Ländern gibt es bereits erfolgreiche Impfprogramme. So erhalten in Frankreich Enten flächendeckend Impfungen, während die Niederlande und Italien Tests bei Legehennen und Puten durchführen. Mit Blick auf diese Entwicklungen zeigt sich, dass ein Umdenken nicht nur notwendig, sondern auch möglich ist.
Kritik am Modell der industriellen Tierhaltung
Widerstände wie in Celle-Lévescault stehen nicht für lokale Meinungen allein, sondern spiegeln ein breites Unbehagen bezüglich der Massentierhaltung wider. Die Organisationen fordern von Bund, Ländern und der EU klare politische Signale, angepasste Monitoring-Vorgaben und ein Ende der Handelsbarrieren, die eine Umstellung der Tierhaltungspraktiken erschweren. Madeleine Petrovic, Präsidentin von Tierschutz Austria, hat eine drastische Reduzierung der Tierzahlen und eine Förderung artgerechter Haltungsformen in den Raum gestellt.
Während der Demonstration in Celle-Lévescault wurden die Stimmen der Bürger nicht überhört. Ihre kritischen Anmerkungen zu den zu erwartenden schlechten sanitären Bedingungen für die Hühner verdeutlichen die wachsende Entschlossenheit der Teilnahme, die den zielgerichteten Kampf für ein ethisch vertretbares Tierhaltungssystem anführt. Die Frage steht nun im Raum: Wie viele weitere Proteste sind notwendig, um eine Wende in der Industrie zu erzielen, bevor es zu spät ist?