Was gibt es Schöneres, als zur Adventszeit ein strahlendes Fest zu feiern? Am ersten Advent, dem 1. Dezember 2025, hat das beliebte Weihnachtshaus in Delmenhorst erneut seine Pforten geöffnet, und die Freude war groß. Sven Borchart, 55, hat das Haus mit rund 60.000 Lichtern geschmückt, die in einem herzlichen Licht erstrahlen. Hunderte von Besuchern strömten zur Eröffnung, um das beeindruckende Spektakel zu bestaunen. Der Anblick der festlich dekorierten Fassade mit den zahlreichen Figuren, Sternen und Kugeln ist nicht nur für die Anwohner ein Highlight, sondern zieht auch viele Gäste aus der Region an.

In diesem Jahr kommt der Beleuchtung eine ganz besondere Bedeutung zu. Die Lichter sind nicht nur ein Zeichen der festlichen Freude, sondern auch ein ehrendes Gedenken an Borcharts verstorbene Frau Martina. Sie starb drei Tage vor Weihnachten 2022, und seither hat sich Sven Borchart das Ziel gesetzt, die Tradition des Weihnachtshaus-Schmückens fortzusetzen, die er und Martina seit 2000 gemeinsam gepflegt haben.

Ein lichtvolles Gedenken

Dieser Advent ist für Sven Borchart besonders emotional. Er konnte im vergangenen Jahr wegen Knieproblemen die Lichter nicht aufhängen, weshalb das Haus dunkel bleiben musste. Doch seit er vor rund sechs Monaten eine Knievollprothese erhalten hat, kann er wieder schmerzfrei arbeiten. Mit Hilfe seines Stiefsohns begann der Aufbau der Weihnachtsdekoration bereits Anfang November – als hätte er ein gutes Händchen dafür, den Advent mit Leben zu füllen.

Am Nikolaustag dürfen sich die Besucher nicht nur an den funkelnden Lichtern erfreuen, sondern auch auf Glühwein und Punsch freuen. Die gesammelten Spenden gehen an eine Einrichtung für therapeutisches Reiten und unterstützen somit ein wertvolles Anliegen.

Die Tradition der Weihnachtsdekoration

Weihnachtsdekorationen spielen eine zentrale Rolle in der Adventszeit und prägen das Stadtbild. Traditionell beginnt die Dekoration am 1. Dezember und wird oft bis zum 6. Januar belassen, während einige katholische Traditionen das Fest bis zum 2. Februar zelebrieren. Sei es in geschlossenen Räumen mit Adventskränzen, Schwibbögen und Weihnachtskrippen oder im Freien mit beeindruckenden Lichtinstallationen – die Vorfreude auf das Fest ist überall spürbar. In Deutschland hat sich in den letzten Jahrzehnten die Verwendung von Außenbeleuchtung wie beleuchteten Weihnachtsbäumen enorm verbreitet. Besonders auffallend ist das „Weihnachtshaus“ in Calle, Niedersachsen, das mit ca. 420.000 elektrischen Lichtern das lichtintensivste Objekt in Deutschland darstellt.

Obwohl die Weihnachtsbeleuchtung ein Stück Tradition ist, steht sie nicht ohne Herausforderungen da. Vor dem Hintergrund der globalen Energiekrise seit 2021 haben manche Städte ihre Beleuchtung reduziert oder ganz darauf verzichtet. Dennoch bleibt der Stellenwert der festlichen Dekoration, sowohl in privaten als auch in öffentlichen Räumen, ungebrochen und trägt maßgeblich zur zauberhaften Atmosphäre der Jahreszeit bei. Die jährlichen Erlebnisse in Delmenhorst sind ein wunderschönes Beispiel dafür, wie wichtig Gemeinschaft und Erinnerungen sind, besonders in der besinnlichen Zeit vor Weihnachten.