Der Tod ist ein Thema, das uns alle betrifft und doch oft verdrängt wird. Wolfgang Sembritzki nimmt sich in seinem aktuellen Artikel dem faszinierenden, aber auch erschreckenden Umgang der Menschen mit der eigenen Sterblichkeit an. In der kulturellen Landschaft Norddeutschlands spielt der Tod eine zentrale Rolle, sei es in Medien über Thriller und Krimiserien wie den beliebten „Tatort“ oder in der feierlichen Tradition von Halloween, wo die Thematik sogar als Unterhaltung dient. Doch Sembritzki betont die Diskrepanz zwischen dieser Faszination und der realen Angst, die viele Menschen vor dem eigenen Ende empfinden. Zudem berichtet der Weser Kurier über den Einfluss chronischer Erkrankungen auf die letzten Lebensphasen und die Wichtigkeit, sich frühzeitig mit dem Thema Vorsorge zu beschäftigen, um Angehörige zu entlasten.
Wie Palliativmedizinerin Sabine Kruse hervorhebt, führt der Tod nicht immer zu einem friedlichen Einschlafen. Oft ist das Ableben durch chronische Krankheiten begleitend von Schmerzen und Leiden. Doch die gute Nachricht: Eine medizinische Behandlung kann Schmerzen lindern und die Lebensqualität am Ende eines Lebens deutlich verbessern. Hier kommt die Bedeutung der Patientenverfügung ins Spiel, wie Lilja Helms von der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft anmerkt. Mit einer klaren Patientenverfügung, die nicht nur persönliche Wünsche äußert, sondern auch konkrete medizinische Maßnahmen regelt, können unliebsame Überraschungen vermieden und die Angehörigen bestmöglich unterstützt werden.
Vorsorge und Patientenverfügung – Ein notwendiger Schritt
Das Beispiel von Angelika U. zeigt, wie wichtig eine präzise Patientenverfügung ist. Sie hatte vor ihrer Demenzerkrankung klar festgelegt, dass sie keine künstliche Ernährung wünscht. Dies gewährte ihr die Möglichkeit, in Übereinstimmung mit ihren eigenen Wünschen Abschied zu nehmen, selbst als sie nicht mehr in der Lage war zu sprechen. Auch die Entscheidung von Thomas S., sich für Palliativmedizin zu entscheiden, und seiner klaren Formulierung in der Patientenverfügung, verdeutlicht, wie bedeutend es ist, frühzeitig und präzise seine Wünsche festzuhalten.
Doch nicht immer sind die Formulierungen in einer Patientenverfügung klar. Das Beispiel von Herbert S. zeigt, dass ungenaue Begriffe wie „lebensverlängernde Maßnahmen“ zu ernsthaften Unsicherheiten führen können, wenn Angehörige und Ärzte nicht genau wissen, was im Zweifel gewünscht ist. Aufklärung und fachkundige Beratung sind also unerlässlich, damit die letzte Lebensphase auch in Würde erlebt werden kann.
Der Umgang mit dem Tod verändert sich
Eine weitere Kurve im Umgang mit dem Tod ist die schwindende Zahl an Aufbahrungen. Der Wandel in der Gesellschaft zeigt sich auch darin, dass das Zusammensein mit dem Tod weniger im Alltag präsent ist. Helms warnte davor, dass diese Verdrängung nicht nur Ängste schürt, sondern auch zur emotionalen Belastung von Angehörigen führen kann. Daher ist es wichtig, dass wir uns nicht nur zu Lebzeiten mit unseren Wünschen auseinandersetzen, sondern auch das Gespräch über den Tod suchen.
Die Auseinandersetzung mit dem Tod kann auch eine Chance sein – nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Mitmenschen. Eine bewusste Beschäftigung damit kann nicht nur Ängste lindern, sondern auch helfen, das Leben im Hier und Jetzt mehr zu schätzen. Maria Wasner, Kommunikationswissenschaftlerin und Psychoonkologin, und Josef Raischl, Diplom-Sozialpädagoge, setzen sich aktiv dafür ein, das Bewusstsein für Palliativmedizin zu schärfen und den Menschen zu helfen, ihre Abschiedswünsche zu formulieren. Es ist an der Zeit, das Thema Tod und die eigene Vergänglichkeit nicht mehr nur zu verdrängen, sondern offen und ehrlich zu besprechen.
Der Tod bleibt ein universelles Thema, und umso wichtiger ist es, ihm nicht nur in der Fiktion, sondern auch in unserem alltäglichen Leben Raum zu geben. Die Erkenntnis über die eigene Mortalität kann zu einer wertvollen Auseinandersetzung mit den eigenen Wünschen, Ängsten und Hoffnungen führen – sowohl für uns als auch für unsere Liebsten. Weser Kurier berichtet, dass …
Für weiterführende Informationen zu diesem Thema sind die Webseiten von patientenverfuegung.digital und Kohlhammer empfehlenswert.