Ein Graureiher sorgt derzeit für Aufsehen in Delmenhorst. Der elegante Vogel hat sich am Fuß in einer Angelschnur verfangen und sucht Schutz an einer Fischtreppe, direkt beim Restaurant am Mühlendamm. Laut Weser-Kurier beobachten Gäste und das Personal des Restaurants besorgt die Situation des gefangenen Tieres und haben bereits mehrfach versucht, Hilfe zu organisieren. Dabei wenden sie sich unter anderem an den Naturschutzbund (Nabu).
Der Fall des Graureihers ist besonders tragisch, da er seit Anfang Oktober beobachtet wird und regelmäßig an der Fischtreppe sitzt. Timm Najdowski, der Vorsitzende des Delmenhorster Fischereivereins, zeigt sich besorgt über das Schicksal des Vogels, der unter Natur- und Artenschutz steht. Das bedeutet, dass nur das Rathaus und das Veterinäramt befugt sind, in solchen Situationen zu handeln. Laura Hodde, eine Servicekraft im Graftwerk, berichtet von mehreren Kontaktversuchen zum Nabu, die bisher jedoch erfolglos geblieben sind.
Rettungsversuche und Herausforderungen
In der Diskussion um mögliche Rettungsaktionen schlägt Bettina Janßen, die Chefin des Nabu, vor, die Wildtierauffangstation in Rastede zu involvieren. Allerdings erklärt Klaus Meyer, der Leiter der Auffangstation, dass der flugtaugliche Graureiher vermutlich fliehen wird, bevor man ihm helfen kann. Daher bleibt die Situation für alle Beteiligten angespannt. Der Nabu-Vogelkundler Uwe Handke zeigt sich ratlos: „Wir müssen abwarten und hoffen, dass wir einen Weg finden, ihm zu helfen“, so Handke.
Interessanterweise sind nicht nur in Delmenhorst solche Fälle zu beobachten. In Kulmbach wurde ein ähnlicher Graureiher gemeldet, dessen Schnabel sich ebenfalls in einer Plastikschnur verheddert hat. Auch dort scheiterten Rettungsversuche der Feuerwehr, und Tierschützer suchten verzweifelt nach Lösungen, um dem Vogel zu helfen. Es wurde vorgeschlagen, ein Netz zu verwenden, um die Schnur zu lösen, während Spaziergänger aufgefordet werden, den LBV oder das Tierheim zu informieren, anstatt selbst zu versuchen, den Vogel zu retten, wie BR berichtete.
Die Rolle des Graureihers im Ökosystem
Der Graureiher wird oft missverstanden und ist Teil einer hitzigen Debatte über den Einfluss auf die Fischbestände. Er ernährt sich vorwiegend von Fischen und kleinenTieren, und leidet unter einem schlechten Ruf, weil er häufig in Konkurrenz zu Fischern steht. Artenschutz Steigerwald hebt hervor, dass ihm oft mehr Schäden zugeschrieben werden, als tatsächlich verursacht werden. Trotz der Herausforderungen, mit denen der Graureiher zu kämpfen hat, bleibt er ein wichtiges und elegantes Element in unserem Ökosystem.
Die Stadtverwaltung von Delmenhorst erhält immer wieder Anrufe besorgter Bürger zu verletzten oder kranken Tieren. Sie informiert daraufhin, dass der Umgang mit wildlebenden Tieren durch zahlreiche Vorschriften geregelt ist und tagsüber das Veterinäramt sowie die Untere Naturschutzbehörde die Ansprechpartner sind.
Die Situation des Graureihers bleibt angespannt und wir hoffen, dass die Verantwortlichen bald eine Lösung finden, um ihm eine sichere Pflege zu ermöglichen.