Im kommenden Jahr wird der Emder Hafen vor einer großen Herausforderung stehen: Die geplante Vollsperrung der Eisenbahnklappbrücke, die von NWZonline angekündigt wurde, findet vom 18. Juli bis 8. August 2026 statt. Diese Maßnahme ist notwendig, um Arbeiten an den Brückenlagern und Gleisen durchzuführen, die nicht nur den Schiffsverkehr, sondern auch die Logistik für Volkswagen (VW) und die Deutsche Bahn stark beeinträchtigen wird.
Um den Verkehrsfluss aufrechtzuerhalten, wird es unumgänglich sein, die Schiffsfahrpläne anzupassen. Der Geschäftsführer des Autoports, Manfred de Vries, hat bereits bestätigt, dass weniger Autos nach Emden gebracht oder von dort verschifft werden sollen. VW und die Deutsche Bahn bereiten sich seit über einem halben Jahr auf diese Unterbrechung vor, um ein Chaos in der Logistik zu vermeiden.
Schwierigkeiten für den Hafenbetrieb
Die Eisenbahnklappbrücke spielt eine Schlüsselrolle für die Zugverbindungen nach Emden, Borkum, Norderney und Juist. Sie ist zudem für die Versorgung des VW-Werkes in der Region unabdingbar. Während der Sperrzeit fallen auch das Emder Delft- und das Hafenfest. Bandwurm-Lösungen sind gefragt, denn nicht nur die Logistik, sondern auch die lokale Wirtschaft wird direkt von den Arbeiten an der Brücke betroffen sein.
Ein langfristiges Problem, das die Hafenlogistik betrifft, ist die ohnehin angespannte Situation. Simon Motter, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Konzernlogistik, hebt hervor, dass der Hafen für VW von großer Bedeutung ist. Damit die Umschlagkapazitäten gesichert sind, fordert das Unternehmen einen zweiten Zugang zum Binnenhafen sowie eine zweite Pier als Ersatz, um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Da Schiffe heute größer und schwerer sind, ist auch eine Anpassung des Fahrwassers der Außenems erforderlich, was Frank Wessels, der Vorsitzende des Nautischen Vereins zu Emden, ebenfalls bestätigt.
Die Folgen für die logistische Verzahnung
Bei einem Ausfall der Brücke könnte die gesamte Produktion bei VW in Europa bereits nach zwei bis drei Tagen ins Stocken geraten. Im vergangenen Jahr transportierte die Bahn rund 150.000 Waggons für VW nach Emden, während im Hafen 610 Schiffsanläufe und 40.000 Lkw-Ankünfte registriert wurden. Insgesamt wurden über 1,3 Millionen Fahrzeuge umgeschlagen. Ein Stillstand des Verkehrs würde die gesamte Logistikkette gefährden.
Um den Betrieb während der Sperrzeit aufrechtzuerhalten, diskutieren Experten von VW die Möglichkeit eines „Puffers“ von zwei bis drei Wochen, um Materialversorgungen und Fahrzeugverschiffungen zu gewährleisten. Auch Hafenarbeiter könnten während dieser Zeit mit Wartungsarbeiten beschäftigt werden, um das beste aus dieser herausfordernden Situation zu machen.
Insgesamt zeigt sich, dass die Eisenbahnklappbrücke nicht nur ein wichtiges infrastrukturelles Element ist, sondern auch eine Achillesferse für den Hafen darstellt, wie Ostfriesischer Kurier berichtet. Die laufenden Diskussionen über Investitionen und die Notwendigkeit neuer Brücken verdeutlichen die Dringlichkeit, den Hafen für zukünftige Anforderungen besser aufzustellen. Im April 2026 beginnt zudem die öffentliche Auslegung der Unterlagen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens zur Vertiefung der Fahrrinne, ein weiterer Schritt in die richtige Richtung.