Emden kämpft gegen Kälte: Genügend Schlafplätze für Obdachlose vorhanden!
Emden bietet in der kalten Jahreszeit ausreichende Schlafplätze und Unterstützung für Obdachlose. Stadt plädiert für sozialen Wohnungsbau.

Emden kämpft gegen Kälte: Genügend Schlafplätze für Obdachlose vorhanden!
Die kalte Jahreszeit hat Emden fest im Griff, und während die Temperaturen sinken, stehen die Themen Obdachlosigkeit und soziale Unterstützung hoch im Kurs. Die Stadt Emden hat auf die winterlichen Anforderungen reagiert und bietet laut Nordwest-Zeitung ausreichend Schlafplätze für obdachlose Menschen an. Insgesamt sind 27 Schlafmöglichkeiten sowie zwei Wohnungen für Familien in der Stadt verfügbar.
In der Obdachlosenunterkunft „Alte Liebe“, gelegen im Stadtteil Port Arthur/Transvaal, stehen während der frostigen Monate 19 Schlafplätze bereit. Besonders hervorzuheben ist, dass diese Unterkunft bereits ab mittags geöffnet ist, um den Bedürftigen frühzeitig Schutz zu bieten. Eine zusätzliche Unterkunft in der Althusiusstraße mit acht Betten wird ebenfalls betrieben, wobei die Betreuung hier durch das Personal der „Alten Liebe“ gewährleistet wird. Zwei Wohnungen für Familien befinden sich in der Graf-Enno-Straße, die ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Stabilität von obdachlosen Familien leisten.
Steigende Nachfrage und Herausforderungen
Im Kontext der Wohnungslosenhilfe hat sich die Auslastung der bereitgestellten Schlafplätze in den letzten Jahren erhöht. Während 2021 die Unterkünfte nur zu 56 Prozent belegt waren, liegt die Auslastung 2023 bereits bei fast 80 Prozent. Der Synodalverband Nördliches Ostfriesland berichtet sogar von mehr als 100 obdachlosen Menschen in Emden, inklusive jener in „obdachlosähnlichen Unterkünften“. Trotz dieser alarmierenden Zunahme sind momentan keine neuen Schlafplätze seitens der Stadt geplant, was die Dringlichkeit zeigt, dass der soziale Wohnungsbau dringend gestärkt werden muss.
Die Stadt Emden appelliert an die Politik, sich intensiver mit der Problematik auseinanderzusetzen und nachhaltig Lösungen zu finden. Und Handeln ist geboten: Der Fachdienst Wohnen empfiehlt bereits bei drohender Obdachlosigkeit, etwa nach Erhalt einer Kündigung, frühzeitig zu handeln. Der Fokus liegt dabei nicht nur auf der Bereitstellung von Unterkünften, sondern auch auf der Erhöhung der Wohnungserhaltungsquote. Der Fachdienst ist zu den regulären Öffnungszeiten sowie zusätzlich donnerstags nachmittags erreichbar, um Unterstützung bei der Vermeidung von Obdachlosigkeit anzubieten.
Gesellschaftliche Verantwortung und Perspektiven
Die Herausforderungen rund um das Thema Obdachlosigkeit beschränken sich jedoch nicht nur auf Emden. Laut der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. waren im Jahr 2022 über 600.000 Menschen in Deutschland ohne Wohnung, wobei 50.000 von ihnen auf der Straße lebten. Dierk Borstel, ein Professor für Politikwissenschaften, verweist darauf, dass Wohnungslosigkeit oft das Ergebnis mehrerer individueller Schicksalsschläge ist. Besonders in Zeiten von Wohnungsknappheit und hohen Mieten könnte die Situation weiterhin kritisch bleiben. Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, die Obdachlosigkeit bis 2030 zu überwinden, doch konkrete Maßnahmen müssen folgen, um dies zu realisieren.
Ergänzend dazu bieten Wärmestuben und Kältebusse in vielen Städten wichtige Anlaufstellen für Obdachlose. Diese Einrichtungen bieten nicht nur einen Platz zum Ausruhen, sondern auch warme Getränke und soziale Austauschmöglichkeiten. Ein solcher Ansatz könnte auch in Emden und der Umgebung von Bedeutung sein, um obdachlosen Menschen durch die kalte Jahreszeit zu helfen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Stadt Emden trotz einer soliden Grundversorgung ihre Aufmerksamkeit und Ressourcen verstärken muss, um den steigenden Anforderungen der Obdachlosenhilfe gerecht zu werden. Es bleibt abzuwarten, wie die politischen Entscheidungsträger auf diese Herausforderung reagieren werden.