Ein bedeutender Schritt in der Notfallversorgung wurde im Dienstabend des Ortsverbandes Emden vollzogen. Am 12. November 2025 stellte Björn Walther vom Rettungsdienst der Stadt Emden ein neu entwickeltes Konzept für den Massenanfall von Verletzten (MANV) vor. Johanniter berichtet, dass das Ziel des Konzepts eine einheitliche Struktur für den Rettungsdienst und die Leitstelle ist. Dies umfasst auch klare Begriffsbestimmungen sowie definierte MANV-Stufen.

Die Johanniter-Unfall-Hilfe spielt eine zentrale Rolle in diesem Konzept, da sie nicht nur weiterhin fester Bestandteil des MANV ist, sondern auch zusätzliche Ressourcen bereitstellt. Dazu gehören Helfende, Fahrzeuge und spezielle Ausrüstungen, um im Ernstfall schnell und effizient reagieren zu können. Einsatzfahrzeuge werden außerdem mit zwei auffälligen orangen Westen ausgestattet, die der Fahrzeugkennung dienen.

Gut vorbereitet auf den Ernstfall

Ein weiteres bedeutendes Element des neuen MANV-Konzepts ist die Einführung des PRIOR-Vorsichtungssystems. Jedes Rettungsmittel erhält eine Tasche mit den notwendigen Dokumenten und Materialien, um schnell eine erste Einschätzung der Patienten vorzunehmen. Dabei ist die zügige Triage nach Verletzungsschwere von höchster Bedeutung. Zum Beispiel gibt es unterschiedliche Kategorien wie rot für vital bedrohte Patienten, gelb für Schwerverletzte und grün für leicht Verletzte.Notfallguru hebt hervor, dass die erste Sichtung schnell erfolgen sollte, idealerweise durch Verfahren wie die Ten Second Triage oder mSTART.

Um die Umsetzung des neuen Konzepts sicherzustellen, sind ab 2026 regelmäßige Übungen geplant. Dabei werden die verschiedenen Einsatzkräfte, unter anderem der Rettungsdienst, Hilfsorganisationen und die Feuerwehr, eng zusammenarbeiten. Heinrich Nannenga von den Emder Johannitern betonte die Wichtigkeit einer gründlichen Vorbereitung auf die MANV-Stufen.

Großschadenslagen erfordern gezielte Maßnahmen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erklärt, dass ein MANV in der Regel nicht mit den vorhandenen präklinischen und klinischen Ressourcen bewältigt werden kann. In solchen Szenarien sind besondere organisatorische Maßnahmen und Planungen nötig. Nach den Erkenntnissen des BBK sind bei einem MANV auch zusätzliche Herausforderungen zu erwarten, wie beispielsweise lange Einsatzdauern und der mögliche Ausfall kritischer Infrastrukturen.BBK stellt die Entwicklung von Konzepten für den MANV in den Fokus und fördert damit die Notfallvorsorge und Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung.

Am 15. November findet zudem die Aufbauübung für den Behandlungsplatz 50 (BHP 50) Weser-Ems in Loy statt, an der auch die Emder Johanniter aktiv teilnehmen werden. Solche Übungen sind entscheidend, um im Ernstfall optimal vorbereitet zu sein und die Versorgung von verletzten Personen schnell und effektiv sicherzustellen.

Mit dem neuen MANV-Konzept in Emden wird die Grundlage gelegt, um im Falle eines Massenanfalls von Verletzten optimal reagieren zu können. Die enge Zusammenarbeit aller beteiligten Stellen trägt dazu bei, die Notfallversorgung für die Bevölkerung zu verbessern und im Ernstfall bestmöglich gewappnet zu sein.