Die Diskussion um die Endlagerung von hochradioaktiven Abfällen ist in vollem Gange. Die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) prüft derzeit bundesweit mögliche Standorte, darunter auch im Landkreis Gifhorn. Neueste Informationen zeigen, dass die BGE eine erste Eignungsuntersuchung vorgenommen hat, deren Ergebnisse bereits veröffentlicht wurden.

Wie WAZ berichtet, kommen bislang nur vereinzelte Flächen im Gebiet in Frage. In einer farblich markierten Karte hat die BGE verschiedene Eignungskategorien dargestellt. Der größte Teil Deutschlands fällt in die Kategorie D (ungeeignet, orange), während die Gebiete um Gifhorn, Isenbüttel und Meine nicht als Teilgebiet eingestuft sind. Blauer Bereich auf der Karte zeigt eine mögliche Eignung, wobei ein kleiner Teil zwischen Leiferde, Hillerse und Dalldorf als geeignet gilt.

Untersuchung und Vorgehensweise

Die Prüfschritte zur Eignung der Flächen sind weitgehend abgeschlossen. Wichtig zu erwähnen ist, dass die BGE selbst keine Untersuchungen durchführt; diese Aufgabe übernehmen die geologischen Dienste der einzelnen Bundesländer. Im Landkreis Gifhorn sind die Gebiete im Nordkreis zwischen Hankensbüttel und den Grenzen zu Celle und Uelzen sowie Teile südlich von Brome bis Wolfsburg noch nicht untersucht worden. Ein bedeutender Termin steht der BGE bevor: Ende 2027 wird der Bundestag über die vorgeschlagenen Standortregionen entscheiden.

Für die sichere Endlagerung hochradioaktiver Abfälle ist die Wahl des richtigen Wirtsgesteins entscheidend. Laut Informationen der BGE sollten Steinsalz, Tongestein und Kristallingestein die bevorzugten Gesteinsarten sein. Diese besitzen Eigenschaften, die eine sichere Einlagerung über viele Hunderttausend Jahre gewährleisten können. Eine geringe Durchlässigkeit für Wasser und hohe Temperaturbeständigkeit sind wesentliche Faktoren für die Langlebigkeit der Endlager.

Künftige Herausforderungen

Die letzten deutschen Atomkraftwerke wurden im April 2023 stillgelegt, und nun liegt die Verantwortung für die Lagerung des Atommülls in 16 oberirdischen Zwischenlagern. Ein tatsächlicher Bau eines Endlagers wird jedoch frühestens ab Mitte des Jahrhunderts realisierbar sein. Vor der endgültigen Entscheidung müssen die ausgewählten Standorte in einer Tiefe von mindestens 500 Metern errichtet werden, um die gefährlichen Abfälle für etwa eine Million Jahre von der Biosphäre zu isolieren.

Auf der Webseite der BGE ist die umfassende Karte zur Endlagersuche unter bge.de/navigator einsehbar, wo sich Interessierte über die aktuellen Entwicklungen informieren können. Es bleibt abzuwarten, wie die weitere Untersuchung der Flächen im Landkreis Gifhorn verlaufen wird und welche Maßnahmen bis zur endgültigen Entscheidungsfindung getroffen werden.