In der Samtgemeinde Brome sorgt der verschwundene Grenzstein „Grenzstein Nummer 1 Herzogtum Braunschweig/Königreich Prußen“ für Aufregung. Der etwa 150 Kilogramm schwere Stein wurde 1828 aufgestellt und ist nun, wie bei einem unerwarteten Schachzug, spurlos verschwunden. Gerhard Bode, ein 73-jähriger Hobby-Heimatkundler, entdeckte das Fehlen des historischen Artefakts während eines Spaziergangs. Trotz seiner Bemühungen, Informationen bei verschiedenen Institutionen wie dem Museums- und Heimatverein sowie der Kreisarchäologie einzuholen, blieb er ohne Erfolg. Bode vermutet, dass der Grenzstein mit Maschinenkraft entfernt wurde, da sich kein Loch im Boden finden ließ. Der Museums- und Heimatverein ruft Zeugen dazu auf, Hinweise per E-Mail zu melden.
Die Region Gifhorn hat nicht nur mit dem Verschwinden dieses Grenzsteins zu kämpfen. Immer wieder kommt es hier zu kuriosen Diebstählen. Im Dezember 2024 beispielsweise wurden 100 Meter Kupferregenrinnen vom Wittinger Südfriedhof gestohlen. Auch der Einbruchsalarm im Kundenzentrum der LSW im Juli 2018, bei dem Kupferkabeltrommeln im Wert von 6.000 Euro zum Abtransport bereitstanden, wirft ein Schlaglicht auf die Situation. Die Liste der Diebstähle ist lang: Von einem verschwundenen Schaf in Rühen bis hin zu fehlenden Ortsschildern – die Region ist ein Eldorado für Gelegenheitsdiebe.
Die neusten Vorfälle
Erst kürzlich kam es zu zwei weiteren Diebstählen an Baustellen. Am Wochenende zwischen Freitagnachmittag und Montagmorgen wurden an einer Straßenbaustelle in Wahrenholz Kupferkabel und eine Kupferkabeltrommel entwendet. Die Täter durchtrennten Kabel an sieben Straßenlaternen, wobei der geschätzte Wert des Diebesguts etwa 5.000 Euro beträgt. Vermutlich wurde ein Kleinlaster oder eine Zugmaschine mit Anhänger für den Transport des Diebesguts verwendet.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich an der Baustelle des alten Postgebäudes an der Bahnhofstraße in Gifhorn. Hier verschwanden diverse Werkzeuge, Ladegeräte und Pumpen, was einen geschätzten Schaden von fast 10.000 Euro zur Folge hatte. Auch hier sucht die Polizei nach Zeugen, die Hinweise zu den Tätern geben können.
Ein Blick auf die Zahlen
Die Anzahl der Diebstähle in Deutschland ist nicht zu vernachlässigen. Laut aktuellen Statistiken wurden 2022 rund 1,78 Millionen Diebstähle polizeilich erfasst – ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr. Die häufigsten Delikte sind Ladendiebstähle, gefolgt von Fahrraddiebstählen und Diebstählen in oder aus Kraftfahrzeugen. Die Aufklärungsquote bei Wohnungseinbruchdiebstählen lag 2022 bei nur 16,1%, was die Herausforderung für die Polizei verdeutlicht.
In der Region Gifhorn sind Diebstähle wie die kürzlich gemeldeten Vorfälle keine Einzelfälle. Die anhaltenden Probleme mit Kupferdieben und anderen Gelegenheitskriminellen lassen die Frage aufkommen, wie man dem Einhalt gebieten kann. Die Polizei ermutigt Bürger, aufmerksam zu sein und verdächtige Aktivitäten zu melden. Die Suche nach dem verschwundenen Grenzstein und den anderen gestohlenen Gegenständen bleibt weiterhin ein offenes Kapitel in der Kriminalgeschichte der Region.