In Gifhorn sorgt die „Schule der Zukunft“ für Aufregung. Betreut von der Lebenshilfe, ist sie die erste ihrer Art in Niedersachsen und hat sich innerhalb von vier Jahren seit ihrer Eröffnung in der Wilhelmstraße zu einem wichtigen Bildungsstandort entwickelt. 146 Schüler und Schülerinnen freuen sich über eine inklusive Schulbildung, doch nun droht der Abschied. Das Anliegen der Lebenshilfe, die Schule zu erhalten, steht vor einer großen Hürde: Es fehlen jährlich 1,5 Millionen Euro an finanziellen Mitteln, die der Landkreis bereitstellen müsste. Eine Online-Petition für den Erhalt wurde bereits von über 3.500 Menschen unterzeichnet, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht. Diese Informationen gibt WAZ Online weiter.
Die besorgten Eltern mobilisieren sich und haben eine Demonstration für den 5. November 2023 angesetzt. „Es liegt uns am Herzen, der Politik zu zeigen, wie wichtig diese Schule für unsere Kinder ist“, erklärt eine betroffene Mutter. Der Landkreis Gifhorn ist aufgefordert, eine Lösung zu finden. Momentan laufen Gespräche zwischen der Landkreisverwaltung und der Lebenshilfe, doch konkrete Ergebnisse sind bislang ausgeblieben.
Finanzielle Unsicherheiten
Trotz der intensiven Bemühungen könnte es ernsthafte Konsequenzen geben. Ab 2028 wird Niedersachsen Tagesbildungsstätten nicht mehr aus der Eingliederungshilfe unterstützen, was die Lage der Tagesbildungsstätte in Wittingen zusätzlich kompliziert. Diese Einrichtung bietet derzeit fünf Klassen an, wird jedoch nicht als Förderschule anerkannt. Sollte die Finanzierung nicht gesichert werden, könnte dies das Aus für die Bildungsangebote in Wittingen bedeuten.
Immerhin plant die Lebenshilfe alternative Finanzierungsmöglichkeiten, um das Überleben der Förderschule in Gifhorn zu sichern. Ein Kreistagsbeschluss wird am 10. Dezember 2023 erwartet, der über die weitere Vorgehensweise entscheiden soll.
Das Schülerpotential
In der neuen Förderschule in Meinersen, die ebenfalls in Planung ist, könnten die bisherigen 146 Schüler aus Gifhorn untergebracht werden. Jedoch bedeutet das nicht nur organisatorische Herausforderungen, sondern auch finanzielle Investitionen vonseiten des Landkreises. Die Entscheidung dürfte daher weitreichende Implikationen nicht nur für die betroffenen Schüler, sondern auch für die gesamte Region haben.
Die etwa 431.000 Euro, die die Lebenshilfe jährlich in die Schule investiert, unterstreichen das Engagement der Institution für Inklusion und Bildung. Es bleibt abzuwarten, ob der Landkreis das nötige Geld bereitstellen kann oder ob kreative Lösungen gefunden werden, um die Kinder weiterhin zu unterstützen.
Die Sorgen der Eltern spiegeln sich in der zunehmenden Mobilisierung der Gemeinschaft wider. Am 5. November wird sich zeigen, wie stark der Support für diese dringend benötigte Bildungseinrichtung ist. Zusammenhalt und Engagement sind gefragt, um das „Herzstück“ der Gifhorner Bildungslandschaft zu erhalten.