Die Faszination für die Antike wird in Göttingen lebendig: Ab dem 20. November wartet die Universität mit einer beeindruckenden Sonderausstellung auf, die sich den farbenprächtigen Bronzestatuen der Griechen widmet. „Hautnah. Die farbige Kunst der griechischen Bronzestatuen: Kunst und Technik“ läuft bis zum 31. Mai 2026 und bietet einen tiefen Einblick in eine Kunstform, die oft geheimnisvoll bleibt.
Im Archäologischen Institut der Universität Göttingen hat sich eine wahre Schatzkammer angesammelt. Hier stehen rund 2.000 Gipsabgüsse antiker Skulpturen versammelt. Diese Sammlung ist die älteste ihrer Art an einer Universität weltweit und ein echter Geheimtipp für Kulturinteressierte. Die Abgüsse stammen aus mehr als 150 Museen, was die Sammlung zu einer der bedeutendsten europäischen Einrichtungen auf diesem Gebiet macht. Kapitalisiert auf dem Erbe des Akademikers Christian Gottlob Heyne, wurde die Sammlung bereits 1765 ins Leben gerufen und zieht seither Besucher an, die die Schönheit antiker Kunstwerken bewundern möchten (siehe uni-goettingen.de.
Die neueste Schau wird von Kustos Daniel Graepler geleitet, der nicht nur die Gipsabgüsse betreut, sondern auch für die Präsentation der Bronzeplastiken verantwortlich zeichnet. Ein Höhepunkt der Ausstellung ist der berühmte Gipsabguss des Wagenlenkers, der bereits seit 1902 Teil der Sammlung ist. Ursprünglich wurde die Originalstatue in Delphi entdeckt und die Restauratorin Jorun Ruppel hat sich der Aufgabe gewidmet, die Abblätterungen der Farben originalgetreu nachzumalen. Überzeugend wird hier gezeigt, dass Farbe und Material nicht nur für die Herstellung, sondern auch für die Vermittlung antiker Kunst entscheidend sind.
Blick auf antike Technologien
Die Ausstellung gibt nicht nur einen Einblick in die Kunst selbst, sondern wirft auch einen Blick auf den Herstellungsprozess und die verschiedenen Techniken, die zur Schaffung dieser beeindruckenden Werke erforderlich waren. Zwei Leihgaben von Vinzenz Brinkmann und Ulrike Koch-Brinkmann aus Frankfurt am Main stellen Rekonstruktionen antiker Kriegerstatuen aus und befeuern die Diskussion über das ursprüngliche Erscheinungsbild dieser Figuren. Auch der Gipsabguss der Artemis von Pompeji ist zu sehen und unterstreicht die Vielfalt der antiken Themen, die in der Schau behandelt werden.
Die Sammlung in Göttingen wächst kontinuierlich und legt dabei einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des antiken Porträts sowie der Skulptur des Hellenismus. Wer sich für antike Kunst interessiert, findet hier über 1.000 Skulpturen, die zeitlich sortiert in 11 Sälen ausgestellt sind. Auch ein virtuelles Antikenmuseum bietet Interessierten die Möglichkeit, die Schönheit der Antike online zu entdecken. Die Verbindung von klassischer Kultur und moderner Präsentation verspricht ein echtes Erlebnis für alle Besucher (siehe kulturwissenschaften.uni-hamburg.de.
Seien Sie also dabei, wenn die Antike neu interpretiert wird und nehmen Sie die Gelegenheit wahr, eines der ältesten Hochschulmuseen in Deutschland zu besuchen. Die Ausstellung lädt alle ein, auf eine spannende Entdeckungsreise durch die Welt der antiken Kunst zu gehen.