Göttingen in der Krise: Geschäftsführer Gruber steht vor dem Aus!
Andreas Gruber könnte als Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH abberufen werden. Finanzielle Schwierigkeiten belasten die GöSF.

Göttingen in der Krise: Geschäftsführer Gruber steht vor dem Aus!
Andreas Gruber, der Geschäftsführer der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF), steht offenbar vor dem Aus. Wie Göttinger Tageblatt berichtet, hat der Aufsichtsrat in einer Sitzung beschlossen, Gruber abzuberufen. Details über seine Zukunft blieben jedoch in Dunkelheit gehüllt, da Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) keine weiteren Fragen beantwortete und auf die Vertraulichkeit der Sitzung verwies. Auch Gruber selbst äußerte sich nicht zu seiner Situation.
Das Unternehmen sieht sich mit einem Defizit von fast einer Million Euro im vergangenen Geschäftsjahr konfrontiert. Die Gründe für die roten Zahlen sind vielfältig: steigende Personalausgaben, höhere Abschreibungen, zusätzliche Aufwendungen und eine wachsende Zinslast durch Kredite. Für das laufende Jahr wird ein Minus von etwa 550.000 Euro erwartet. Gruber betont, dass die GöSF dauerhaft finanzielle Unterstützung von der Stadt Göttingen benötigt, da das Unternehmen aus eigenen Mitteln keine finanziellen Mittel aufbringen kann. Um zusätzliche Einnahmen zu generieren, wurden fast 100 Maßnahmen ergriffen, z. B. die Erhöhung der Eintrittsgelder und die Einführung von Parkgebühren. Ein Betriebskostenzuschuss von einer Million Euro wurde von der Stadt für das kommende Jahr zugesichert, doch eine langfristige Gegenfinanzierung bleibt unerlässlich.
Finanzen der GöSF
Das Unternehmen hat bereits einige Schritte unternommen, um die finanzielle Situation zu verbessern. Ein wichtiger Punkt ist die Gesellschafterversammlung, die über verschiedene Aspekte beschließt, wie etwa die Verwendung des Bilanzgewinns oder die Entlastung der Geschäftsführung und des Aufsichtsrates. Der Jahresabschluss für 2023, der am 6. Juni 2024 von R+P Treuhand GmbH testiert wurde, berichtet von einem Jahresüberschuss von über 3 Millionen Euro, unterstützt durch eine Steuererstattung, die die finanzielle Lage kurzfristig stabilisierte. Allerdings hätte ohne diese Erstattung ein Fehlbetrag drohen können, was auf die angespannte Finanzsituation der GöSF hinweist.
In der Kommunalpolitik sind die finanziellen Rahmenbedingungen ebenfalls ein heißes Thema. Wie Bundesfinanzministerium zusammenfasst, stehen die Kommunen unter dem gesetzlichen Rahmen der Bundesländer, die für die Finanzausstattung verantwortlich sind. Dennoch lässt sich festhalten, dass der Bund in Krisenzeiten seine Unterstützungsleistungen zur Stärkung der kommunalen Finanzkraft erheblich ausgeweitet hat. Mit einer jährlichen Entlastung in Höhe von 5 Milliarden Euro seit 2018 wurde eine wichtige Grundlage geschaffen, um auch finanzschwächeren Kommunen unter die Arme zu greifen.
Politische Entscheidungen und Ausblick
Die politischen Entscheidungsträger in Göttingen stehen vor einer Herausforderung, die finanzielle Stabilität der GöSF langfristig zu sichern. Ein Vorschlag zur Erhöhung der Grundsteuer zur Rettung des Unternehmens wurde jedoch von der Ratspolitik abgelehnt. Die Auswirkungen dieser Entscheidungen werden sich auf die zukünftige Entwicklung der GöSF und damit auch auf die Sport- und Freizeitangebote in Göttingen auswirken. Während die Gesellschafterversammlung weiterhin plant, den Jahresabschluss zu besprechen, bleibt die Frage der nachhaltigen Finanzierung im Raum und drängt zur Eile.
Die GenoSF sieht sich also nicht nur aus finanzieller Sicht, sondern auch in ihrer strategischen Ausrichtung auf dem Prüfstand. Wie es mit Gruber weitergeht, bleibt abzuwarten, denn die Diskussionen und Entscheidungen der nächsten Tage könnten richtungsweisend für die Zukunft des Unternehmens sein.