Die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH (GöSF) steht unter wirtschaftlichem Druck und benötigt dringend Unterstützung, um eine Insolvenz abzuwenden. Wie Göttinger Tageblatt berichtet, steigen die Ausgaben der GöSF für die betreuten Sportstätten und Bäder seit geraumer Zeit kontinuierlich an. Um die angespannte finanzielle Lage zu entschärfen, plant die GöSF eine Reihe von Preiserhöhungen und kostensenkenden Maßnahmen.

Zu den wichtigsten Änderungen gehört die Einführung von Parkgebühren am Jahnstadion und am Parkbad Weende, die ab Ende dieses Jahres in Kraft treten sollen. An diesen zwei Standorten werden für die Nutzung von etwa 300 Parkplätzen künftig Gebühren erhoben: Die erste Stunde bleibt kostenlos, während jede weitere Stunde 1 Euro kosten wird. Mitglieder von Vereinen, Kursteilnehmende sowie Mitarbeitende können nach wie vor gebührenfrei parken, wie auch das HNA ergänzt.

Anpassungen in der Sauna

Zusätzlich zu den Parkgebühren wird es auch Preisanpassungen in der Sauna des Badeparadieses Eiswiese geben. Ab dem Jahreswechsel steigen die Preise um 3 Euro – beispielsweise kostet der Eintritt für 4 Stunden künftig 25 Euro. Zudem wird die Sauna an Samstagen und Feiertagen bereits um 9 Uhr öffnen, was potentiellen Besuchern entgegenkommen sollte.

Die Gebührenerhöhungen sind Teil eines umfassenden Plans, bei dem die GöSF insgesamt etwa 100 Maßnahmen zur Kostensenkung und Umsatzsteigerung umsetzen möchte. Der Verlust für dieses Jahr wird auf etwa 550.000 Euro geschätzt, während für 2024 mit einem Verlust von knapp einer Million Euro zu rechnen ist. Auch die Einnahmen aus den Beteiligungsbeiträgen der EAM decken die laufenden Verluste nicht mehr.

Die Strategie für die Zukunft

Ein weiterer Bestandteil der Strategie zur finanziellen Stabilisierung ist die geplante Abgabe einiger Sportplätze rund um das Jahnstadion. Beispielsweise soll das Baseballfeld von der Baseballabteilung der BG 74 Göttingen übernommen werden, und die Tennisplätze im Ostviertel sollen an örtliche Vereine oder erfahrene Betreiber verkauft werden. Zudem werden Reinigungskosten für Veranstaltungen in den Sporthallen der GöSF teilweise auf die Veranstalter abgegewälzt.

Die Stadt Göttingen hat für 2026 einen Betriebskostenzuschuss von 1 Million Euro bereitgestellt, doch ein Vorschlag zur Erhöhung der Grundsteuer B zur Konsolidierung der GöSF wurde im Finanzausschuss abgelehnt. Die Göttinger Politik ist daher gefordert, alternative Einnahmemöglichkeiten zu erarbeiten, um den Betrieb der GöSF langfristig aufrechtzuerhalten. Der Kreditrahmen von 3 Millionen Euro, der durch eine städtische Bürgschaft gesichert ist, läuft Ende des Jahres aus, was zusätzlichen Druck auf die GöSF ausübt.

In diesem gesamten Prozess wird die GöSF auch weiterhin eng mit ihren Nutzern zusammenarbeiten, um faire und transparente Lösungen zu finden. Details zu den neuen Parkgebühren und deren Umsetzung werden rechtzeitig bekanntgegeben, um einen reibungslosen Übergang zu gewährleisten. Es bleibt spannend, wie sich die Situation weiterentwickeln wird und ob die geplanten Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse bringen.