Göttinger Gastronomie unter Druck: Zusätzliche Ruhetage drohen!
Göttingen kämpft mit Personalmangel in der Gastronomie: Traditionelle Ruhetage und verkürzte Öffnungszeiten als Reaktion.

Göttinger Gastronomie unter Druck: Zusätzliche Ruhetage drohen!
Was tut sich in der Göttinger Gastronomie? Während die traditionellen Ruhetage immer wieder ins Gespräch kommen, zeigen viele Betreiber ihre Unsicherheit angesichts steigernder Kosten und akutem Personalmangel. Montag ist zwar traditionell geschlossen, doch jetzt sehen sich viele Anbieter gezwungen, diese Praxis zu ändern, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Laut Göttinger Tageblatt hat das Restaurant Myer’s in Göttingen beispielsweise seine Öffnungszeiten angepasst und lässt den Sonntag ganz aus. Geschäftsführer Hari Neupane nennt die gestiegenen Betriebskosten und den Personalmangel als drängendste Probleme.
Ein Blick auf das Restaurant Esprit zeigt, wie unterschiedlich die Reaktionen ausfallen können. Anfang 2024 mussten hier verkürzte Öffnungszeiten eingeführt werden, was jedoch unter neuer Leitung inzwischen wieder aufgehoben wurde. Wie Olaf Feuerstein, Vorsitzender des Dehoga-Kreisverbands Göttingen-Duderstadt, betont, sind die Ausfälle nicht überall gleich verteilt. Besonders in ländlichen Gebieten ist die Schließung von Betrieben verbreiteter.
Personalmangel und Kostendruck
Das Bild, das sich präsentiert, ist alles andere als rosig: Die Zahl studierender Nebenjobber in der Gastronomie ist in Göttingen seit Jahren rückläufig, was die Branche zusätzlich unter Druck setzt. Die Problematik hat sich so weit verschärft, dass Neupane von einer nicht rentablen Sonntagsöffnung spricht. „Wir wollen die Preise nicht erhöhen, um unsere Gäste nicht zu verprellen“, erklärt er weiter, brandaktuelle Herausforderungen wie die Rückkehr zum 19-Prozent-Steuersatz ab 2024 drängen die Gastronomen auch finanziell. Wenn man die aktuellen Steigerungen bei Lebensmitteln, Getränken, Personal und Energie berücksichtigt, wird schnell klar, warum viele Betriebe in die Knie gehen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind innovative Lösungen gefragt. Immer mehr Gastronomiebetriebe setzen mittlerweile auf den Einsatz von Servicerobotern und Automatisierung. Eindrucksvoll zeigt Botomix, wie solche Technologien körperlich belastende Aufgaben übernehmen und gleichzeitig das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigern können. Roboter transportieren etwa schwere Tabletts oder Geschirr und ermöglichen es dem Personal, sich auf kundenorientierte Tätigkeiten zu konzentrieren.
Ein Ausblick auf die Zukunft
Es ist evident, dass die Gastronomie in Göttingen und darüber hinaus vor großen Herausforderungen steht. Während nicht zuletzt der Kostendruck durch steigende Lebensmittelpreise und Mieten wächst, bleibt zu hoffen, dass Maßnahmen wie eine dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer in naher Zukunft ergriffen werden. Feuerstein betont auch, dass die Einschränkungen der Öffnungszeiten kein flächendeckendes Phänomen sind, wenngleich sie in größeren Städten wie Hannover stärker spürbar werden.
Ein Abschied von der Kultur des Essens in geselliger Runde wäre tragisch, aber die Branche hat sich schon oft bewährt. Mit klugen Lösungen und einem guten Händchen, könnte die Gastronomie womöglich bald in neues, florierendes Terrain aufbrechen. Der Wille, Lösungen zu finden und flexibel zu bleiben, ist dabei ein wichtiger Schritt in die Zukunft.