Kritik an Schulen: Lehrkräfte schlagen Alarm – Missstände offenbart!
Lehrkräfte der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen fordern angesichts von Gewalt und Missständen Maßnahmen von der Politik.

Kritik an Schulen: Lehrkräfte schlagen Alarm – Missstände offenbart!
In den letzten Wochen hat sich an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Göttingen eine alarmierende Situation entwickelt. Lehrkräfte haben einen deutlichen Brandbrief an die Politik verfasst, in dem sie auf die ernsthaften Missstände an ihrer Schule aufmerksam machen. Schulleiter Markus Hohmeister hatte bereits zuvor die Probleme rund um Gewalt, Überforderung der Lehrkräfte und strukturelle Mängel im Bildungssystem angesprochen. Diese Situation zeigt, dass nicht nur hier vor Ort Handlungsbedarf besteht, sondern dass auch ein weitreichendes Problem in Deutschlands Schulen behandelt werden muss. Laut einem Bericht von Göttinger Tageblatt ist die Forderung nach mehr Ressourcen und Unterstützung aus der Politik unüberhörbar.
Die Situation an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist dabei nicht isoliert. Eine umfassende Umfrage der Robert Bosch Stiftung zeigt, dass 47 % der Lehrer in deutschen Schulen von psychischer oder physischer Gewalt unter Schülerinnen und Schülern berichten. Besonders stark betroffen sind sozial benachteiligte Schulen, wo die Lehrkräfte oft noch zusätzlich zur Aufsicht über Unterricht auch als Dolmetscher oder Sozialpädagogen agieren müssen. Tagesschau berichtete zudem, dass 36 % der Lehrer sich häufig emotional erschöpft fühlen und 27 % sogar über eine Kündigung nachdenken. Die Herausforderungen sind groß und zeigen, dass das aktuelle System an seine Grenzen stößt.
Öffentliche Diskussion oder Schweigen?
Wie Schulleiter Hohmeister betont, kann die Problematik nicht im Stillen gelöst werden. Mit einem Brandbrief bringen die Lehrkräfte ihre besorgniserregende Lage zur Sprache und machen deutlich, dass sie Gehör finden wollen. Dennoch ist die Frage von Schuldezernentin Maria Karaus, ob alles, was in Schulen passiert, öffentlich diskutiert werden sollte, ein zweischneidiges Schwert. Die Lehrkräfte fühlen sich unter Druck gesetzt: Egal ob sie offen über ihre Probleme sprechen oder nicht, die Geschwister-Scholl-Gesamtschule leidet unter einem schlechten Ruf. Die Schule braucht schnelle Maßnahmen seitens Stadt und Land, um die dringend benötigten Ressourcen bereitzustellen.
Wenn wir auf die Umfrageergebnisse zurückblicken, fördert das Bild, das sich abzeichnet, keinerlei Hoffnung auf Besserung ohne tiefgreifende Veränderungen. Dagmar Wolf von der Robert Bosch Stiftung spricht in diesem Zusammenhang von einem „kranken System“. Doch bei all den Herausforderungen zeigen 75 % der Lehrer eine gewisse Zufriedenheit mit ihrem Beruf, und 92 % sind überzeugt, dass sich die Schüler an ihrer Schule wohlfühlen. Dies verdeutlicht, dass trotz der Schwierigkeiten der Wille zur positiven Veränderung in den Schulen vorhanden ist. Bosch-Stiftung hebt hervor, dass soziale Kompetenzen wie Empathie und Eigenverantwortung in den Fokus gerückt werden müssen, um den Schülern wichtige Werte für ihr späteres Leben zu vermitteln.
Der Weg nach vorne
Abschließend bleibt zu sagen, dass die Situation an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule symptomatisch für viele Schulen in Deutschland ist. Die Forderung der Lehrkräfte nach mehr Unterstützung ist nicht nur verständlich, sondern notwendig, um eine positive Schulumgebung zu schaffen. Die Göttinger Schulverwaltung ist aufgefordert, die Probleme nicht nur zu benennen, sondern auch aktiv zu handeln. Denn die Kinder und Jugendlichen von heute sind die Erwachsenen von morgen, und es liegt an uns, ihnen die bestmöglichen Bedingungen dafür zu bieten.