Der skurrilste Verein Deutschlands: Schlaraffen feiert Tradition in Hameln!
Entdecken Sie den skurrilsten Verein Hamelns: Die Schlaraffen mit Kunst, Humor und einzigartigen Ritualen. Sippungen seit 1957.

Der skurrilste Verein Deutschlands: Schlaraffen feiert Tradition in Hameln!
In Hameln, wo die Weser malerisch durch die Stadt fließt, gibt es eine Institution, die das Stadtbild mit einem kräftigen Schuss Humor und Kunst belebt: die Schlaraffia. Gegründet 1859 in Prag, pflegt dieser skurrile Verein die Traditionen und Werte eines deutschsprachigen Netzwerks, das speziell für Männer ins Leben gerufen wurde. Der Hamelner „Reych“, im Jahr 1957 ins Leben gerufen, hat mit seiner eigenen Zeitrechnung, dem Jahr 97 anno Uhui, eine ganz eigene Identität entwickelt.
Die Schlaraffen, wie sich die Mitglieder nennen, treffen sich von Oktober bis April jeden Donnerstag in ihrer gemütlichen „Rattenburg“. Hierbei herrscht eine freundliche, fast familiäre Atmosphäre. Ritualisiert werden die Sippungen mit einem feierlichen Empfang, bei dem die Gäste durch ein Spalier aus Mitgliedern mit klappernden Holzschwertern willkommen geheißen werden – ganz im Stile eines Ritterspiels. Ein besonderes Merkmal: Die Schlaraffen legen bürgerliche Nachnamen ab und adoptieren stattdessen Ritter-Schläge, die sie in ihrer Gemeinschaft auszeichnen. Die Mitglieder tragen Mützen und hellblaue Umhänge, und ein Zeremonienmeister leitet die Veranstaltungen.
Ein kulturelles Hochfest.
Bei den Sippungen, die in diesem Jahr bereits ihre 2083. Runde gedreht haben, steht nicht nur die Tradition im Vordergrund. Das aktuelle Programm der Schlaraffen verspricht eine bunte Mischung aus klassischer Musik, humorvollen Einlagen, Gedichten und eigenen Liedern. Insgesamt haben sich 17 Schlaraffen für die sogenannten „Fechsungen“ angemeldet – Vorträge, die in dieser festlichen Runde gehalten werden. Auch auswärtige Mitglieder aus verschiedenen Städten sind stets gern gesehene Gäste, inklusive einem Vertreter aus New Orleans.
Ein festlicher Höhepunkt wird mit einem sprühenden Feuerwerk gesetzt, das die Veranstaltung krönt. Zudem verabschiedet man sich mit einem klugen Satz von Benjamin Franklin, der nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch zeigt, wie tief die Werte von Kunst und Humor im Schlaraffenbund verwurzelt sind. Das Motto des Bundes, „In arte voluptas“ – In der Kunst liegt Lust – wird hier nicht nur verkündet, sondern mit jedem Treffen auch gelebt.
Ein Ausblick auf kommende Veranstaltungen.
Die nächste große Veranstaltung steht bereits in den Startlöchern: Am 19. November findet die „Kulturiade“ statt. Dieses Fest ist offen für Männer und Frauen und verspricht, nicht nur das Schlaraffenleben zu bereichern, sondern auch viele neue Gesichter in die Rattenburg zu locken. Es bleibt spannend, wie die Gemeinschaft diese Tradition fortführt und weiterentwickelt.
In einer Zeit, in der es oft an Humor und Miteinander fehlt, bieten die Schlaraffen einen willkommenen Raum, um Freundschaft und Kunst zu zelebrieren. Der Zugang zur Burg ist über ein Tor am 164er Ring möglich – ein kleines Abenteuer, das diese besondere Welt der Schlaraffen erst richtig erlebbar macht.
Die Mischung aus Tradition, Humor und einer Prise Verrücktheit macht diesen Verein zu einem der skurrilsten und gleichzeitig faszinierendsten Orte in Hameln.