Widerstand gegen Flussverlegung: Emmer-Projekt in Gefahr!
Widerstand gegen das Projekt zur Flussverlegung der Emmer in Hameln: Naturschutz und geplante Maßnahmen stehen im Fokus.

Widerstand gegen Flussverlegung: Emmer-Projekt in Gefahr!
In der idyllischen Region zwischen Amelgatzen und Hämelschenburg regt sich Widerstand gegen die geplante Verlegung des Flussverlaufs der Emmer. Das ehrgeizige Projekt, das sowohl ökologisch als auch ökonomisch langfristige Auswirkungen haben könnte, stößt auf besorgte Stimmen aus der Bevölkerung. Wie dewezet.de berichtet, soll der Flusslauf von bisherigen 900 auf 1500 Meter erweitert werden, um die Emmer sicher durch das Tal zu leiten.
Während die zuständigen Behörden eine Renaturierung unterstützen und die Umsetzung des weitreichenden Vorhabens für die Jahre 2026 und 2027 planen, bringen Kritiker Bedenken vor. Sie argumentieren, dass die ökologischen Vorteile des Projekts nicht hinreichend belegt seien und fordern einen sofortigen Stopp der Pläne. Diese Gegner unterstreichen, dass die naturschutzfachliche Zustandserfassung fehlerhaft sei und die Flussverlegung möglicherweise rechtswidrig im Hinblick auf die Verordnung über das Naturschutzgebiet Emmerthal. Ein Gartenarchitekt, den die Kritiker beauftragten, stellte zudem hohe Pflegekosten sowie Unsicherheiten bezüglich der gewünschten Lebensraumtypen fest.
Ökologische Bedeutung der Emmer
Die Emmer hat sich als wertvolles Ökosystem etabliert, dessen Flusslauf Lebensraum für zahlreiche gefährdete Arten bietet. Laut nlwkn Niedersachsen beginnt die Emmer im Eggegebirge in Nordrhein-Westfalen und fließt bis zur Weser bei Emmerthal. Sie ist von naturnahen Hainsimsen- und Waldmeister-Buchenwäldern umgeben und beherbergt verschiedene geschützte Pflanzen und Tiere, darunter den Kammmolch und das Gemeine Brunnenmoos.
Die Vielfalt an Lebensräumen erstreckt sich über feuchte Hochstaudenfluren, magere Flachland-Mähwiesen und Auenwälder, deren Erlen, Eschen und Weiden spezifische ökologische Funktionen erfüllen. Die geplante Flussverlegung könnte die empfindlichen Ökosysteme nachhaltig stören und die natürlichen Lebensräume gefährden, was die Kritiker alarmiert.
Politische Debatten und nächste Schritte
Einigkeit unter den politischen Entscheidungsträgern scheint nicht zu herrschen. Heinz Brockmann von der CDU hat bereits einen Antrag gestellt, um das Thema in der Sitzung des Ortsrates Amelgatzen zu erörtern und einen unabhängigen Gutachter einzuschalten. Ein solches Vorgehen könnte zu einer detaillierteren Prüfung der Planungen führen und möglicherweise bestehende Planungsfehler aufdecken, die bei den bisherigen Maßnahmen an der Emmer-Insel gemacht wurden.
Die Diskussion um die Emmer und ihre geplante Flussverlegung zeigt, wie sensibel die Natur um uns herum ist und welche Herausforderungen es bedeutet, ökonomische Notwendigkeiten und ökologische Verantwortung in Einklang zu bringen. Während die Landesregierung die Erfüllung der EU-Wasserrahmenrichtlinie bis 2027 als prioritär ansieht, bleibt abzuwarten, wie sich die Auseinandersetzungen um das Millionenprojekt weiterentwickeln werden.