Niedersachsen schlägt Alarm: 30 Millionen für Schutz gegen Cyberangriffe!
Niedersachsen startet Projekt Aegis zur Stärkung der Cybersicherheit der Landesverwaltung mit 30 Millionen Euro Investition.

Niedersachsen schlägt Alarm: 30 Millionen für Schutz gegen Cyberangriffe!
Die niedersächsische Landesregierung hat am 19. und 20. Januar 2023 ein ehrgeiziges Vorhaben ins Leben gerufen: Das Projekt Aegis soll als Schutzschild gegen die wachsende Bedrohung durch Cyberangriffe fungieren. Diese Initiative wird mit einem Investitionsvolumen von rund 30 Millionen Euro ausgestattet und zielt darauf ab, Angriffe auf die Landesverwaltung deutlich schneller zu erkennen und die staatliche IT-Infrastruktur nachhaltig zu verbessern. ndr.de berichtet, dass der Name „Aegis“ auf das berühmte Schild der griechischen Göttin Athena verweist, was die strategische Bedeutung des Projekts unterstreicht.
Um das Projekt zu realisieren, setzt Niedersachsen auf ein cloudbasiertes System des amerikanischen Unternehmens Palo Alto Networks, das als Security Information and Automation Management (XSIAM) fungiert. Diese innovative Plattform bündelt Daten und verkürzt die Erkennungszeit für Angriffe spürbar. Innenministerin Daniela Behrens (SPD) betont die Dringlichkeit dieser Maßnahme, da die Bedrohungslage nicht nur durch eine zunehmende Zahl von Cyberangriffen verstärkt wurde, sondern auch durch geopolitische Spannungen, die nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine angestiegen sind. Zudem gibt es Forderungen nach mehr Verantwortung Europas in der eigenen Sicherheit, was die Notwendigkeit von Projekten wie Aegis weiter erhöht.
Cyberangriffe im Fokus
Die Sicherheitslage hat sich in den letzten Monaten spürbar verschärft. In Niedersachsen wurden in den vergangenen 670 Tagen etwa 1.880 ernstzunehmende Sicherheitsvorfälle registriert, was durchschnittlich drei Cyberangriffe pro Tag bedeutet. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) verzeichnet täglich rund 300.000 neue Varianten von Schadprogrammen. Angriffe auf die digitale Infrastruktur können, wenn sie professionell und gezielt durchgeführt werden, ganze Organisationen lahmlegen.
Das Kabinett der niedersächsischen Landesregierung hat deswegen die Cybersicherheitsstrategien überarbeitet. Ein zentraler Punkt des Projekts Aegis liegt in der Neugestaltung der Cybersicherheitsaufgaben beim IT-Dienstleister IT.Niedersachsen. Dort werden die Bereiche Detektion, Reaktion, Schwachstellenmanagement und Sicherheitsverbund neu geordnet. Diese Maßnahmen sind zudem darauf ausgerichtet, das niedersächsische Computernotfallteam N-CERT zu stärken und ein umfassendes Lagebild zur Cybersicherheit zu erstellen.
Unterstützung für Kommunen und Hochschulen
Ein weiterer Gewinn des Projekts Aegis ist die geplante Unterstützung niedersächsischer Kommunen und Hochschulen. Die neue Sicherheitsinfrastruktur soll schrittweise auch diesen Institutionen zur Verfügung stehen, und das ohne zusätzliche Kosten für die Kommunen. Ministerin Behrens betont, dass Cybersicherheit unerlässlich für das Vertrauen der Bürger in staatliche Institutionen sei. Angesichts des bestehenden Fachkräftemangels, der den Schutz von IT-Systemen zusätzlich erschwert, wird Aegis als strategischer Schritt zur Automatisierung der Cyber-Verteidigung gewertet.
Das Projekt findet jedoch auch kritische Stimmen. Einige CDU-Politiker äußern Bedenken, da es auf einem sechs Jahre alten Gesetz basiere und als lückenhaft angesehen wird. Zudem äußert IT-Experte Christopher Kunz Bedenken hinsichtlich der hohen Investitionen in einen amerikanischen Anbieter.
Die Entwicklung rund um das Projekt Aegis zeigt eindringlich, wie wichtig es ist, auf die aktuelle Sicherheitslage zu reagieren und die digitalen Infrastrukturen zu schützen. Während prorussische Hacker bereits in der Vergangenheit drohten, Angriffswellen auszulösen, bleibt die Frage, wie Niedersachsen mit dieser Herausforderung umgehen wird.