Niedersachsen verklagt Klasmann-Deilmann: 4,5 Millionen Euro Schadensersatz!
Niedersachsen verklagt Klasmann-Deilmann wegen illegalen Torfabbaus in der Esterweger Dose, gefordert sind 4,5 Millionen Euro Schadensersatz.

Niedersachsen verklagt Klasmann-Deilmann: 4,5 Millionen Euro Schadensersatz!
Im Emsland, genauer gesagt in der Esterweger Dose, stehen die Zeichen auf Sturm für die Torfabbau-Giganten. Das Land Niedersachsen hat die große Firma Klasmann-Deilmann verklagt und fordert stolze 4,5 Millionen Euro Schadensersatz. Der Vorwurf des Landes ist erheblich: Es wird behauptet, dass das Unternehmen zu viel Torf abgebaut, dabei zu tief gegraben und in unerlaubten Gebieten tätig war. Diese Vorwürfe werfen einen Schatten auf den Torfbau, der hier seit 1959 betrieben wird. NDR berichtet, dass dieser illegale Abbau im Naturschutzgebiet schwerwiegende Auswirkungen hat. Der Umweltminister Christian Meyer (Grüne) spricht von massivem Schaden für die Wiedervernässung der Moore, die für den Klimaschutz eine zentrale Rolle als CO2-Speicher spielen.
Die Wurzeln dieses Konflikts reichen zurück bis ins Jahr 2020, als der Landkreis Emsland feststellte, dass etwa 19.800 Kubikmeter Torf unrechtmäßig abgebaut worden waren. Dies führte dazu, dass der Abbau in der betroffenen Region gestoppt wurde. Das Unternehmen selbst äußert sich in der laufenden juristischen Auseinandersetzung nicht zu den Vorwürfen. Stattdessen betont Klasmann-Deilmann, dass die fehlende Menge an Torf – das entspricht rund 800 Lkw-Ladungen – durch die Dürresommer der letzten Jahre verschunden sei und sie nicht verantwortlich gemacht werden könne. Weitere Informationen zu den Hintergründen sind bei Hallo Wippingen zu finden.
Umweltvergehen und lokale Reaktionen
Die Staatsanwaltschaft hat bereits Schritte gegen zwei Verantwortliche des Unternehmens eingeleitet, da es Hinweise auf zu tiefen Torfabbau gibt. Hier könnte es bald zu einer Geldstrafe kommen. Für die Anwohner und Umweltschützer im Emsland geht es nicht nur um juristische Auseinandersetzungen, sondern auch um den Schutz ihrer Heimat.
Das Umweltforum Osnabrücker Land fordert dringend bessere Maßnahmen zum Moorschutz, denn die Schäden, die hier angerichtet worden sind, gefährden die lokalen Ökosysteme. Aktuell plant Niedersachsen, keine neuen Lizenzen für den Torfabbau zu vergeben, was immerhin ein Schritt in die richtige Richtung sein könnte. Doch wie wird sich die Sache nun weiterentwickeln?
Klasmann-Deilmann hat bis Anfang Februar Zeit, um sich zu den Vorwürfen zu äußern. Ob es zu einer Verhandlung vor dem Landgericht Osnabrück kommt oder man sich doch auf eine außergerichtliche Einigung einigen kann, bleibt noch abzuwarten. In der Zwischenzeit plant das Unternehmen Gramoflor, weniger Fläche für Torfabbau zu nutzen und mehr für Ausgleichsmaßnahmen zu tun. Eine Veränderung ist also auf dem Weg – hoffentlich zum Wohle des Umwelt- und Klimaschutzes.