Roboter Ameca begeistert Senioren in Leer: Fitness und Freundschaft!
Roboter "Ameca" wird in Niedersachsen in der Pflege getestet, um Senioren bei Gymnastik und Interaktion zu unterstützen.

Roboter Ameca begeistert Senioren in Leer: Fitness und Freundschaft!
In der kleinen Stadt Leer in Niedersachsen findet derzeit ein spannendes Experiment statt, das die Zukunft der Altenpflege beleuchten könnte. Der humanoide Roboter “Ameca” wird in einer Pflegeeinrichtung eingesetzt, um die Interaktion zwischen Senioren und Technik zu erforschen. Dieser Roboter hat nicht nur ein menschenähnliches Gesicht, sondern kann auch singen, lesen und Gymnastikübungen anleiten. Die Pflegekraft startet das Programm zur Sitzgymnastik bequem per Computer und fordert damit etwa zwei Dutzend Senioren zur aktiven Teilnahme auf. [n-tv] berichtet, dass das frühe Kennenlernen der Senioren mit “Ameca” viele positive Reaktionen hervorruft.
Die Ingenieurin Celia Nieto Agraz erläutert, dass der Roboter bewusst nicht zu menschlich gestaltet wurde, um als solcher wahrgenommen zu werden. Die Forscher, allen voran Neuropsychologe Björn Holtze, sind besonders daran interessiert, wie die Senioren auf “Ameca” reagieren. Die Ziele der Studie sind klar: Welche Eigenschaften finden die älteren Menschen sympathisch, und was könnte möglicherweise störend wirken? Erfahrungsberichte zeigen, dass die Senioren großes Interesse zeigen. Ein einladendes Beispiel kommt von Edith Schmidt, 89 Jahre alt, die “Ameca” als sympathisch und interessant empfindet. Herta Börner, 92 Jahre, vergleicht die Berührungen des Roboters mit einer gepflegten Frauenhand und beschreibt diese als angenehm. Diese positiven Rückmeldungen freuen nicht nur die Forscher, sondern lassen auch die Möglichkeit erahnen, dass Roboter in der Altenpflege eine wertvolle Unterstützung sein könnten.
Akzeptanz und Skepsis
Doch es gibt auch Skeptiker. Manfred Elsen, der Leiter des Hauses Friede, äußert sich zurückhaltend zu den Möglichkeiten des Roboters. Während er das Potenzial sieht, Einsamkeit zu bekämpfen und Interaktionen zu fördern, bleibt die Frage, ob Roboter auch komplexere Pflegeaufgaben übernehmen können. Krankenkassen und Gesundheitsexperten warnen zudem vor einem drohenden Fachkräftemangel in der Pflege. [tagesschau] stellte fest, dass bis zum Jahr 2034 mehr als 20% der Pflegekräfte in Niedersachsen ersetzt werden müssen, was die Notwendigkeit von innovativen Lösungen wie “Ameca” unterstreicht.
Die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Bereits in den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland verdoppelt. Laut dem Statistischen Bundesamt wird bis 2035 eine Zunahme auf etwa 5,6 Millionen Pflegebedürftige prognostiziert. Bis 2030 allein werden 130.000 zusätzliche Pflegekräfte benötigt. Experten sind sich einig, dass Roboter dazu beitragen könnten, Pflegekräfte zu entlasten, indem sie alltägliche Aufgaben übernehmen. [pacura-med] beschreibt, dass es bereits verschiedene Typen von Pflegerobotern gibt, vom Serviceroboter bis hin zu sozialen Roboter, die speziell für die Interaktion mit den Pflegebedürftigen konzipiert sind.
Technologischer Fortschritt in der Pflege
Für viele ist der Einsatz von Robotern in Pflegeeinrichtungen noch Neuland. Aber der technische Fortschritt, insbesondere im Bereich der Künstlichen Intelligenz, könnte für die Pflegebranche aus der aktuellen Krise helfen. Roboter wie “Ameca” oder der Serviceroboter GARMI, der am Forschungszentrum Geriatronik der TU München entwickelt wird, haben bereits erste Testläufe bestanden. Diese Technik könnte dazu beitragen, konkrete Aufgaben zu übernehmen – sei es das Bringen von Tee oder das Auffüllen von Medikamentenlagern. Die ambitionierten Ziele und die gegenwärtige Nachfrage lassen darauf schließen, dass wir in den kommenden Jahren mit einer verstärkten Integration von Robotern in die Altenpflege rechnen können.
Während die Technologie weiterhin fortschreitet, bleibt die menschliche Zuwendung ein unverzichtbarer Bestandteil der Pflege. Daher ist es wichtig, die Rolle von Robotern in der Pflege als unterstützendes Element zu betrachten. In einer Zeit, in der wir vor einem drastischen Mangel an Pflegekräften stehen, könnte “Ameca” vielleicht der erste Schritt in eine neue Ära der Altenpflege sein.