Vogelzählung im Oldenburger Land: Rekordzahlen und besorgniserregende Trends!

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Oldenburg verzeichnete einen Anstieg der Teilnehmer zur „Stunde der Wintervögel“ 2026, mit bedeutenden Vogelzählungen und Trends.

Oldenburg verzeichnete einen Anstieg der Teilnehmer zur „Stunde der Wintervögel“ 2026, mit bedeutenden Vogelzählungen und Trends.
Oldenburg verzeichnete einen Anstieg der Teilnehmer zur „Stunde der Wintervögel“ 2026, mit bedeutenden Vogelzählungen und Trends.

Vogelzählung im Oldenburger Land: Rekordzahlen und besorgniserregende Trends!

Vom 9. bis 11. Januar fand die „Stunde der Wintervögel“ statt, und die Bilanz fällt überaus positiv aus. In Niedersachsen beteiligten sich 51% mehr Menschen als im Vorjahr an dieser Zählung. Allein im Oldenburger Land registrierten die Organisatoren 2234 Teilnehmer, was einem Anstieg von 67% entspricht. Die Zählergebnisse zeigen, dass in der Region insgesamt 53.679 Vögel gezählt wurden – ein beeindruckender Zuwachs von 96% im Vergleich zum Vorjahr. Wie NWZonline berichtet, war die Kohlmeise mit 5657 Sichtungen die häufigste Art. Dahinter folgen die Blaumeise mit 4522 und der Haussperling mit 4319 Sichtungen.

Doch nicht alle Zahlen sind erfreulich. Der Haussperling hat, bedingt durch energetische Sanierungen in Städten, einen Rückgang von 50% verzeichnet. Negative Wetterbedingungen und ein Rückgang der biologischen Vielfalt spielen ebenfalls eine Rolle bei diesem Besorgnis erregenden Trend. Interessanterweise erfreuten sich die Amseln (Schwarzdrosseln) hingegen über einen erfreulichen Zuwachs von 98%, mit 4098 Exemplaren. Auch traditionelle Wintergäste wie Bergfinken und Rotdrosseln wurden während der Zählung gesichtet.

Die Ursachen für Rückgänge und Zuwächse

Doch was sind die Ursachen für den Rückgang des Haussperlings und die sinkenden Amselpopulationen? Experten führen das Ausbleiben der Amseln in vielen Regionen auf verschiedene Faktoren zurück. Nach Angaben der MDR sind die Bestände der Amsel in Mitteldeutschland in den letzten drei Jahren um die Hälfte geschrumpft, was vor allem in Sachsen-Anhalt deutlich zu spüren ist. Das Usutu-Virus könnte ein Grund für diesen Rückgang sein, bewiesen durch die drastischen Zahlen, die von 3.380 Amseln im Jahr 2022 auf 1.729 im Jahr 2025 gefallen sind. Auch der Feldsperling kämpft seit Jahren mit einem besorgniserregenden Rückgang.

Zusätzlich wird die Blaumeise von einer negativen Entwicklung betroffen. Das hängt unter anderem mit den veränderten Lebensbedingungen zusammen, die durch den Klimawandel hervorgerufen werden. Wie SigmaEarth dokumentiert, hat sich der Klimawandel auf die Lebensräume der Vögel ausgewirkt und führt zu veränderten Migrationsmustern. In Nordamerika haben 59 Vogelarten ihr Verbreitungsgebiet in den letzten 40 Jahren durchschnittlich um 35 Meilen nach Norden verlegt.

Ein Blick in die Zukunft

Die nächste Vogelzählung steht schon vor der Tür: Die „Stunde der Gartenvögel“ findet vom 8. bis 10. Mai statt. Bis dahin hoffen die Naturschützer, dass sich die Situation für die betreffenden Vogelarten verbessert. Ob diese Prognosen realistisch sind, bleibt abzuwarten. Doch es braucht dringend proaktive Maßnahmen, um die Vogelpopulationen zu schützen und langfristig zu erhalten. Die Herausforderungen des Klimawandels und des Verlustes der biologischen Vielfalt geben dem Naturschutz mehr denn je einen hohen Stellenwert.