Orange Day in Niedersachsen: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen!
Am 25. November 2025 gedenkt Niedersachsen mit dem "Orange Day" gewaltsam betroffener Frauen. Aktionen in Hannover und Göttingen.

Orange Day in Niedersachsen: Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen!
Heute, am 25. November 2025, findet der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, auch bekannt als “Orange Day”, in Niedersachsen statt. An diesem besonderen Datum sind zahlreiche Aktionen geplant, die auf die erschreckenden Zahlen und die Notwendigkeit von Unterstützung für Gewaltopfer aufmerksam machen. Besonders in den Städten Hannover und Göttingen wird es vielfältige Veranstaltungen geben, die deutlich machen, dass gegen Gewalt an Frauen entschieden vorgegangen werden muss. NDR berichtet von den verschiedenen Programmpunkten, darunter der “Orange-Day-Lauf” in Hannover.
Dieser Lauf findet bereits zum zweiten Mal statt und steht unter dem Motto: “STOPP Gewalt gegen Frauen”. Die Strecke von rund fünf Kilometern führt die Teilnehmenden durch die Innenstadt und beginnt am Platz der Menschenrechte. Oberbürgermeister Belit Onay erwartet eine rege Teilnahme mit über 1.200 Laufbegeisterten. Der Erlös von fünf Euro pro Person kommt dem Frauennotruf Hannover zugute, der wichtige Unterstützung für Frauen bietet, die sexuelle Gewalt erlebt haben.
Aktionen und Unterstützungsangebote
Was tut sich in Göttingen? Hier hat die Polizeidirektion für den gesamten Monat November den Aktionsmonat gegen sexualisierte Gewalt ausgerufen. Besonders ins Auge fällt die Darstellung des Dienstgebäudes, das am heutigen Tag in eindrucksvollem Orange angestrahlt wird. Präsidentin Tanja Wulff-Bruhn fordert dazu auf, das Thema sexualisierte Gewalt stärker in den Fokus zu rücken. Neben den traditionelleren Aktionen gibt es auch moderne Ansätze wie einen Podcast über toxische Beziehungen und Gewalt in Partnerschaften.
Im Rahmen dieser Aktionen wird auch die Wander-Ausstellung “Was ich anhatte” in Northeim präsentiert. Hier werden Kleidungsstücke gezeigt, die Frauen während ihrer Erfahrungen von sexuellen Übergriffen getragen haben. Solche Aktionen sollen nicht nur informieren, sondern auch einen Raum für Diskussion und Reflexion schaffen.
Die düstere Realität der Gewalt gegen Frauen
Die Zahlen zur Gewalt gegen Frauen sprechen eine klare Sprache. So wurden 2024 in Deutschland 308 Frauen gewaltsam getötet, die meisten durch (Ex-)Partner. Dies sind alarmierende Statistiken, die nur die Spitze des Eisbergs zeigen, da viele Übergriffe im Verborgenen bleiben. Laut dem Statista sind circa 71% der Opfer von häuslicher Gewalt Frauen, und fast 100% der Opfer von Sexualdelikten sind ebenfalls weiblich.
Insbesondere der Femizid, die Tötung von Frauen allein aufgrund ihres Geschlechts, zeigt einen besorgniserregenden Trend. In Nordrhein-Westfalen stieg die Zahl der Femizide von 55 Fällen im Jahr 2022 auf 72 im Jahr 2024. Diese Taten sind oft von einem erschreckenden Motivationsmix aus männlichem Besitzdenken und Frauenverachtung geprägt, was die Dringlichkeit der Sensibilisierung für dieses Thema unterstreicht.
Hilfsangebote und Prävention
Für Frauen, die Opfer von Gewalt werden, gibt es zahlreiche Hilfsangebote. Das bundesweite Hilfetelefon “Gewalt gegen Frauen” kann unter der Nummer 116 016 rund um die Uhr und in 18 Sprachen erreicht werden. Auch in Niedersachsen stehen Organisationen wie der Frauennotruf Hannover bereit, um Unterstützung zu leisten. Diese Hilfsorganisationen sind ein Lichtblick in der Dunkelheit, die viele Frauen erleben.
Während des “Orange Day” wird klar, dass das Thema Gewalt gegen Frauen nicht im Privaten bleiben darf. Veranstaltungen, wie die interaktive Rauminstallation “RosenZimmer” im DRK-Gewaltschutzzentrum Cloppenburg, thematisieren Gewalt im eigenen Zuhause und sollen das Bewusstsein dafür schärfen, was viele Frauen täglich durchleben. Initiativen und Aktionen wie diese unterstreichen, dass es an der Zeit ist, das Schweigen zu brechen und den Mut zu finden, darüber zu sprechen.
Zusammengefasst zeigt der “Orange Day”, dass der Kampf gegen Gewalt an Frauen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, die Engagement von allen erfordert. Nur gemeinsam können wir Veränderungen bewirken und den Betroffenen die Unterstützung bieten, die sie dringend benötigen. Schließen wir uns zusammen und setzen ein Zeichen gegen Gewalt – nicht nur heute, sondern das ganze Jahr über.