Korruptionsskandal: Uelzener Abwasserverband im Visier der Staatsanwaltschaft

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Im Fokus: Ermittlungen gegen vier AZV-Mitarbeitende in Uelzen wegen mutmaßlicher Korruption und manipulierter Aufträge.

Im Fokus: Ermittlungen gegen vier AZV-Mitarbeitende in Uelzen wegen mutmaßlicher Korruption und manipulierter Aufträge.
Im Fokus: Ermittlungen gegen vier AZV-Mitarbeitende in Uelzen wegen mutmaßlicher Korruption und manipulierter Aufträge.

Korruptionsskandal: Uelzener Abwasserverband im Visier der Staatsanwaltschaft

Die Weichen werden neu gestellt im Abwasserzweckverband Uelzen (AZV), denn dort steht eine handfeste Korruptionsaffäre im Raum. Vier leitende Mitarbeitende des AZV stehen im Verdacht, Aufträge manipuliert zu haben, wie ndr.de berichtet …. Die Staatsanwaltschaft Verden hat die Ermittlungen aufgenommen, unter anderem wegen mutmaßlicher Bestechung. Ein anonymer Hinweisgeber hatte bereits vor Monaten erste Vorwürfe an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, jedoch reichten die Indizien zunächst nicht für eine offizielle Untersuchung aus.

Nach intensiven Auswertungen der Rechnungsprüfungsstelle seit November 2025 konnten jedoch neue Beweise gesichert werden, die die Vorwürfe erhärten. Jetzt wird untersucht, ob die vier Angestellten durch falsche Abrechnungen einen Schaden von 400.000 Euro verursacht haben. Vor allem ein System, das es ermöglichte, Aufträge mit einem Preisaufschlag von bis zu 30 Prozent zu vergeben, weckt Misstrauen. In diesem Zusammenhang wurden Aufträge im Gesamtwert von 3,3 Millionen Euro ohne Ausschreibung direkt an eine bestimmte Firma vergeben. Es bleibt unklar, wohin die zusätzlichen Gelder geflossen sind.

Die Hintergründe der Affäre

Der Verbandsvorstand hatte als Reaktion auf die Vorwürfe bereits im November 2025 die betroffenen Mitarbeitenden suspendiert. Die mutmaßlichen Manipulationen könnten sich über einen Zeitraum von acht Jahren erstreckt haben, wie az-online.de hinzufügt …. Interessanterweise wurde ein früheres Ermittlungsverfahren gegen einen Mitarbeiter des Zweckverbands und einen weiteren Beschuldigten im Februar 2025 eingestellt, weil sich die Verdachtsmomente nicht bestätigten. Die Führungsriege des AZV war zu diesem Zeitpunkt nicht über die eingestellten Ermittlungen informiert, als sie sich 2025 an die Polizei wandten.

Die zentralen Anklagepunkte betreffen die gesplitteten Rechnungen für Pumpenanlagen und Abwasserrohre, die genutzt wurden, um gesetzliche Vorgaben für die Vergabeverfahren zu umgehen. Diese Vorgehensweise hat nicht nur finanzielle Schäden hinterlassen, sondern wirft auch ein Licht auf die Kontrollmechanismen innerhalb des Verbands.

Der Ruf nach Reformen

Korruption ist ein Schlagwort, das in der politischen Landschaft oft zu hören ist. Laut bpb.de wird sie häufig als Missbrauch öffentlicher Macht für private Vorteile verstanden. In diesem Fall könnte man von einer gravierenden Form der Misswirtschaft sprechen, die nicht nur die Finanzen des AZV, sondern auch das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Transparenz und Integrität öffentlicher Institutionen untergräbt. Korruption ist ein universelles Phänomen und betrifft auch unsere lokalen Gremien, Thema, das schwer zu erfassen ist, da häufig niemand ein Interesse an seiner Thematisierung hat.

Martin Feller, der Vorsitzende des Abwasserzweckverbands, hat bereits betont, dass derartige Machenschaften in seinem Haus keinen Platz haben sollten. Ob jedoch die Mechanismen zur Bekämpfung von Korruption und für mehr Transparenz ausreichen werden, um derartige Skandale in Zukunft zu verhindern, bleibt abzuwarten. Aktuelle Skandale in anderen Bereichen haben bereits Forderungen nach schärferen Antikorruptionsbestimmungen laut werden lassen.

Insgesamt bleibt die Situation beim Abwasserzweckverband Uelzen angespannt. Die Entwicklungen zeigen einmal mehr, wie wichtig die Unabhängigkeit und Transparenz in der Verwaltung sind, um das Vertrauen der Bürger in öffentliche Institutionen nicht nur zu erhalten, sondern auch zu stärken.