Wilhelmshaven feiert Taufe des ersten Eco-Containerschiffs Rike J.
Am 17. Januar 2026 wurde in Wilhelmshaven das erste von 18 neuen Containerschiffen getauft, ein bedeutendes Projekt für Niedersachsen.

Wilhelmshaven feiert Taufe des ersten Eco-Containerschiffs Rike J.
In einer glanzvollen Zeremonie wurde am 17. Januar 2026 in Wilhelmshaven das Containerschiff „Rike J.“ getauft. Das Schiff ist das erste von insgesamt 18 baugleichen Einheiten, die in den nächsten zwei Jahren in Dienst gestellt werden. Fünf mittelständische Reedereien haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam etwa 500 Millionen Euro in dieses zukunftsweisende Projekt zu investieren. Die Reedereien Jüngerhans, Wessels, HS Bereederung, Wegener aus Jork und Visser Shipping aus Sneek in den Niederlanden bündeln ihre Kräfte, um den Fortbestand ihrer Unternehmen zu sichern und eine neue Schiffsgeneration zu schaffen, die Effizienz, Nachhaltigkeit und Innovation vereint. Die Gruppe verfolgt das Ziel, den Betrieb der Schiffe auf umweltfreundliche Antriebsarten umzustellen und bislang bis zu 50 Prozent weniger Kraftstoff zu verbrauchen, was in der aktuellen Zeit mehr als relevant ist, wenn man die steigenden Überlegungen zur Klimarelevanz in der Schifffahrt betrachtet.
„Rike J.“ ist ein bedeutender Schritt zur Erneuerung der Flotten der Reedereien in Niedersachsen. Kommt die Idee für dieses Projekt ursprünglich aus der Finanzkrise 2018, als viele Unternehmen in der Branche zu kämpfen hatten? Ein klares Ja! Umso bemerkenswerter ist der Schritt, dass die Schiffe künftig hauptsächlich in der Nord- und Ostsee sowie im karibischen Raum eingesetzt werden. Damit wird auch die Verbindung zu wichtigen Handelsrouten gestärkt, wie Statista zur weltweiten Containerschifffahrt erklärt.
Der maritime Sektor in Niedersachsen
Niedersachsen zeigt sich als ein wichtiger Akteur in der maritimen Wirtschaft, die über 20.000 Menschen beschäftigt und eine Schlüsselrolle im deutschen Außenhandel einnimmt. Mit 15 landeseigenen Seehäfen und der bedeutenden JadeWeserPort, die eine tideunabhängige Abfertigung von Großcontainerschiffen ermöglicht, untermauert die Region ihren Status. Das Bundesland gilt als das Schiffbauland Nr. 1 in Deutschland und beheimatet rund 120 Reedereien und etwa 750 Handelsschiffe. Im Vergleich zu anderen Ländern, spielen Unternehmen aus Nordamerika im globalen Containertransport kaum eine Rolle, während Asien, insbesondere China, als zentraler Produktionsstandort fungiert.
Die Reaktion der maritimen Branche auf die jüngsten Entwicklungen ist schnell und flexibel. Insbesondere die Neuigkeiten zu den Zollpolitiken der USA, die ab dem ersten Quartal 2025 Unsicherheiten bringen können, erfordern Anpassungen in der Logistik und Routenplanung. Während sich Unternehmen wie Hapag-Lloyd und Maersk neu formieren, ist die Reederei Cosco weiterhin bereit, ihre Aktivitäten in Wilhelmshaven auszubauen.
Nachhaltigkeit und innovative Lösungen
Neben der wirtschaftlichen Relevanz steht auch die Nachhaltigkeit im Mittelpunkt der Debatten rund um die Schifffahrt. Die weltweite Schifffahrt verursacht etwa 2,5 Prozent der globalen CO2-Emissionen, was deutlich macht, dass hier Handlungsbedarf besteht. Nach Angaben von MW Niedersachsen, setzt Niedersachsen auf Initiativen wie GreenShippingNiedersachsen (GSN), um ökonomische als auch ökologische Aspekte in der Schifffahrt zu fördern.
Die Schifffahrt liegt noch weit von der Klimaneutralität entfernt, doch die Entwicklungen hin zu erneuerbaren Kraftstoffen, wie Methanol und Ammoniak, scheinen auch hier der Schlüssel zu sein. Unternehmen wie Maersk planen, bis 2026 17 große Containerschiffe zu integrieren, die mit Methanol betrieben werden können. Die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen und der Industrie fördert innovative Lösungensansätze und bringt frischen Wind in die Flotte norddeutscher Reedereien.
Die Herausforderungen sind groß, aber mit einem starken Bündel aus Expertise und Innovation könnte Niedersachsen auf dem Weg zur Zukunft der maritimen Wirtschaft eine führende Rolle übernehmen.