Seenotretter in Wilhelmshaven: Ein Blick auf 160 Jahre Lebensretter
Erfahren Sie mehr über die Geschichte und Einsätze der DGzRS-Station Wilhelmshaven, die seit 1865 Leben rettet.

Seenotretter in Wilhelmshaven: Ein Blick auf 160 Jahre Lebensretter
In Wilhelmshaven erwacht eine beeindruckende Geschichte der Seenotrettung zu neuem Leben. Der Nautische Verein Wilhelmshaven-Jade hat sich der Aufarbeitung der Einsätze und der Entwicklung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) verschrieben. Thomas Baumgärtel, ein gebürtiger Wilhelmshavener und Mitarbeiter der Seenotretter-Akademie in Bremen, springt als Referent ein, nachdem sein Vorgänger aufgrund von Krankheit absagen musste. Er beleuchtet die bedeutenden Fortschritte und Eckdaten der Organisation seit ihrer Gründung im Jahr 1865, die auch in der Stadt Wilhelmshaven viele Spuren hinterlassen hat.
Die DGzRS betreibt in ganz Deutschland 53 Stationen, darunter die in Wilhelmshaven, die 1868 als Station Heppens ins Leben gerufen und 1869 in Wilhelmshaven umbenannt wurde. Über 87.000 Menschenleben haben die Seenotretter seit ihrer Gründung gerettet. Mit 180 Festangestellten sowie 800 Freiwilligen und 650 Ehrenamtlichen sind sie rund um die Uhr im Einsatz und dabei allein auf Spenden angewiesen, wie Baumgärtel betont. Besonders wenn man bedenkt, dass die letzten 1.775 Einsätze 2024 über 3.000 Menschen Hilfe brachten, ahnt man, wie wichtig finanzielle Unterstützung ist.
Ein Blick in die Geschichte
Die Ursprünge der DGzRS gründen auf einer Zeit, als Küstenbewohner oft vom Strandgut havarierter Schiffe lebten und keine systematische Hilfe für Seeleute angeboten wurde. Die Gründung im Jahr 1865 war eine Reaktion auf die oft tragischen Vorfälle, bei denen Seeleute in Seenot gerieten. Ein Vorfall, bei dem 1860 die Brigg „Alliance“ unterging, sorgte für ein Umdenken in der Gesellschaft. Engagierte Bürger, darunter Adolph Bermpohl und Georg Breusing, setzten sich für die Rettung von Schiffbrüchigen ein und führten zur Etablierung eines der ersten Rettungsorganisationen in Deutschland.
Bereits 1870 wurde das erste hölzerne Ruderrettungsboot an die Station Wilhelmshaven übergeben. Im Laufe der Jahre wurden zahlreiche Fortschritte in der Ausstattung erzielt. So kam 1930 das erste Motorrettungsboot und 1969 der erste Seenotkreuzer „Hans Lüken“ zum Einsatz. Die stetige Verbesserung der Geräte und die Ausbildung der ehrenamtlichen Kräfte haben die Mission der DGzRS über die Jahrzehnte entscheidend unterstützt.
Aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen
Aktuell sind in Wilhelmshaven 23 Ehrenamtliche aktiv, die eine gründliche Ausbildung und regelmäßige Fortbildung erhalten. „Die Zusammenarbeit mit Rettungshubschraubern hat unser Vorgehen bei Einsätzen erheblich verbessert“, erklärt Baumgärtel. Zudem verfügen die Seenotretter über moderne Ausstattung und hochwassergeschützte Stationsgebäude am Fluthafen, die auch für Übungen und Informationsveranstaltungen genutzt werden.
Die DGzRS sorgt nachhaltig dafür, dass sie auch in Zukunft ihrer wertvollen Aufgabe gerecht werden kann. Durch innovative Ansätze und die starke Einbindung der Gemeinschaft bleibt die Organisation ein wichtiger Bestandteil der maritimen Kultur in Deutschland. Wie Baumgärtel abschließend erwähnt, sind die Seenotretter nicht nur Helden des Meeres, sondern auch auf die Unterstützung der Bevölkerung angewiesen. Jeder Beitrag, sei es in Form von Spenden oder ehrenamtlicher Arbeit, ist von unschätzbarem Wert für die Sicherheit auf den deutschen Gewässern.
Für mehr Informationen über die Geschichte und den aktuellen Betrieb der Seenotretter in Wilhelmshaven ist ein Besuch auf den Seiten von NWZonline, Seenotretter.de und NDR unbedingt empfehlenswert.