Alarmierende Sprachdefizite bei Wolfsburger Grundschülern: So helfen Eltern!

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Immer mehr Grundschüler in Wolfsburg haben Sprachdefizite. Experten erläutern Ursachen und Lösungsansätze für Eltern.

Immer mehr Grundschüler in Wolfsburg haben Sprachdefizite. Experten erläutern Ursachen und Lösungsansätze für Eltern.
Immer mehr Grundschüler in Wolfsburg haben Sprachdefizite. Experten erläutern Ursachen und Lösungsansätze für Eltern.

Alarmierende Sprachdefizite bei Wolfsburger Grundschülern: So helfen Eltern!

In Wolfsburg haben derzeit immer mehr Grundschüler mit Sprachproblemen zu kämpfen. Diese äußern sich häufig in stockendem Lesen und Missverständnissen im Unterricht. Laut einer Analyse des Barmer-Kinderatlas sind die sprachlichen Defizite bei Erstklässlern besorgniserregend gestiegen. Vor allem Schulleiterin Bianca Manusch berichtet von einer großen Heterogenität in den sprachlichen Vorkenntnissen von Erstklässlern. Es gibt Kinder mit optimalen Fähigkeiten, aber auch solche mit erheblichen Defiziten, die oft auf einen Migrationshintergrund zurückzuführen sind.

Die Zahlen sind alarmierend: Seit 2005 ist die Zahl der Schulkinder mit dokumentierten Sprachentwicklungsstörungen in Niedersachsen und Bremen von 7,1% auf 14,7% im Jahr 2023 gestiegen. In Wolfsburg zeigt sich diese Problematik nicht isoliert. Eine ähnliche Entwicklung wird auch in Bayern beobachtet, wo 2023 etwa 13% der Sechs- bis Zwölfjährigen von Sprachentwicklungsstörungen betroffen waren, was einem Anstieg von 81% seit 2005 entspricht, wie Barmer berichtet.

Ursaachen und Konsequenzen

Die Gründe für diese besorgniserregende Entwicklung sind vielfältig. Ein bedeutender Faktor ist die geringere sprachliche Anregung im Elternhaus sowie ein Rückgang der gemeinsamen Kommunikationszeiten. Die Stadt Wolfsburg hat dies erkannt und fördert die Sprachentwicklung im schulischen Ganztag, während Fachkräfte im „Heidelberger Interaktionstraining“ geschult werden. Dabei ist auch der Konsum digitaler Medien in den letzten Jahren angestiegen, was viele Kinder vor Herausforderungen stellt.

Eltern spielen somit eine entscheidende Rolle bei der Sprachförderung ihrer Kinder. Schulleiterin Manusch legt den Eltern ans Herz, viel mit ihren Kindern zu kommunizieren und altersgerechten Medienkonsum zu fördern. Dies ist besonders wichtig, da Sprachprobleme auch weitreichende Folgen für die gesunde Entwicklung der Kinder haben können, inklusive Schwierigkeiten beim Lesen und sozialen Spannungen. Vorlesen, das Hören von Hörbüchern und das Spielen von Gesellschaftsspielen sollten wieder verstärkt in den Alltag integriert werden.

Hilfreiche Ansätze für Eltern

Um die Sprachentwicklung zu unterstützen, können Eltern einfache Übungen mit ihren Kindern machen. Es wird empfohlen, mit Erstklässlern Laute und Silben zu üben und Zweitklässler, die nicht flüssig lesen können, täglich laut lesen zu lassen. Zu den spezifischen Sprech- und Sprachstörungen zählen ein begrenztes Vokabular, Schwierigkeiten in der Satzbildung und Probleme in der Ausdrucksfähigkeit. Laut einer Studie über Sprachentwicklung sind auch Kinder mit Migrationshintergrund von diesen Problematiken betroffen, wobei deren sprachliche Kompetenzen besonders im Unterricht gefördert werden sollten.

Obwohl die Situation herausfordernd ist, sind sich viele Experten einig: Mit einem guten Händchen bei der sprachtechnischen Förderung kann man die Zukunft der Kinder positiv beeinflussen. Eltern sollten sich regelmäßig über die Leistungen ihrer Kinder informieren, um positiv auf die schulischen Fortschritte reagieren zu können. Jedes Kind hat das Potenzial, sprachlich zu wachsen, wenn die richtigen Maßnahmen getroffen werden.