Fachkräftemangel in SH: So kämpfen Hochschulen gegen Studienabbrüche!
Schleswig-Holstein kämpft mit einer hohen Abbruchquote internationaler Studierender. Fachkräfte dringend gesucht!

Fachkräftemangel in SH: So kämpfen Hochschulen gegen Studienabbrüche!
In Schleswig-Holstein herrscht eine angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt, insbesondere in den Bereichen Softwareentwicklung und Elektroingenieurwesen. Während das Land händeringend nach Fachkräften sucht, zeigen aktuelle Statistiken, dass etwa 16% der internationalen Bachelor-Studierenden in den ersten Semestern ihr Studium abbrechen. Diese Abbruchquote ist besorgniserregend, vor allem, da Hochschulen in Schleswig-Holstein mit nur 4.800 internationalen Studierenden den niedrigsten Anteil in Deutschland verzeichnen. Wie NDR berichtet, liegt die Abbruchquote internationaler Bachelor-Studierender zwischen 15 und 16%, während bei ihren deutschen Kommilitonen diese Quote bei etwa 13% liegt.
Was sind die Gründe für diese hohe Abbruchquote? Internationale Studierende sehen sich mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert, wie etwa Bürokratie, Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche und Sprachbarrieren. Insbesondere der Mangel an bezahlbarem Wohnraum trägt zur Unzufriedenheit bei, was sich negativ auf die Studienzufriedenheit und letztlich auch auf die Abbruchquote auswirkt. Um diese Problematik anzugehen, planen einige Hochschulen, Unterstützung in Form von Sprachkursen und Integrationsprojekten zu bieten. Ein interessantes Beispiel ist die Technische Hochschule Lübeck, die Deutschkurse als Pflichtmodule in den Bachelorstudiengang Elektrotechnik integrieren möchte.
Integration von internationalen Studierenden
Die Integration internationaler Studierender in den deutschen Arbeitsmarkt kann eine Schlüsselrolle im Kampf gegen den Fachkräftemangel spielen. Laut einer Studie des DAAD, die 21.000 internationale Studierende an 132 Hochschulen befragte, haben zwei Drittel der Befragten den Plan, nach ihrem Abschluss in Deutschland zu bleiben. Besonders viele denken über eine Unternehmensgründung nach, was vor allem für die Bereiche Wirtschaft, Ingenieurwesen und Informatik gilt. Die Herausforderungen sind jedoch nicht zu unterschätzen, denn nur ein Drittel fühlt sich gut auf den Berufseinstieg vorbereitet. Die Verbandsbüro hebt hervor, dass eine intensivere Unterstützung durch Karriere-Services und Sprachkurse gefordert wird, um diese Vorbereitungen zu verbessern.
Ein erfreulicher Aspekt ist, dass die Gesamtheit internationaler Studierender in Deutschland weiter zunimmt. Im Wintersemester 2024/25 waren rund 402.000 internationale Studierende eingeschrieben, was im Vergleich zum Vorjahr einem Anstieg von etwa sechs Prozent entspricht. Über 50% dieser Studierenden haben sich für Ingenieur- und Naturwissenschaften entschieden, was die Neigung zur Fachkräfteversorgung unterstreicht. Viele Hochschulen setzen gezielt auf den Ausbau von Karriere- und Qualifizierungsangeboten, was sich positiv auf die Verbleibsquote auswirken könnte. DAAD berichtet von einer möglichen Verbleibsquote von 40 Prozent, die rund 16 Milliarden Euro netto an Steuern und Sozialbeiträgen generieren könnte.
Doch nicht nur der Fachkräftemangel macht den Hochschulen zu schaffen. Auch die Tatsache, dass im Wintersemester 2025 an den Hochschulen in Schleswig-Holstein 12.430 neue Studierende ihr Studium begonnen haben, verdeutlicht den Anstieg der Bildungsanwärter in der Region, der gleichzeitig den Druck auf die bestehende Infrastruktur erhöht. Vor diesem Hintergrund ist es besonders wichtig, nicht nur neue Studierende zu gewinnen, sondern sie auch bestmöglich zu unterstützen, um auch in Zukunft als attraktives Ziel für Bildung und Fachkräfte zu gelten.