Brötchentüten gegen Gewalt: Schleswig-Holstein setzt ein starkes Zeichen
Am 24.11.2025 verteilt Schleswig-Holstein Brötchentüten mit dem Slogan "Gewalt kommt nicht in die Tüte" zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Die Aktion soll auf häusliche Gewalt und Hilfsangebote aufmerksam machen.

Brötchentüten gegen Gewalt: Schleswig-Holstein setzt ein starkes Zeichen
Am 24. November 2025 jährt sich der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen, und in Schleswig-Holstein symbolisieren mehr als 350.000 Brötchentüten mit der Aufschrift “Gewalt kommt nicht in die Tüte” eine wichtige Initiative. Diese Aktion soll das Bewusstsein für das brisante Thema der häuslichen Gewalt schärfen und auf die zahlreichen Hilfsangebote hinweisen. Laut NDR engagieren sich zahlreiche Bäckereien in der Region, um mit dieser kreativen Maßnahme ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen zu setzen. Dabei zielt die Aktion darauf ab, die Öffentlichkeit für die erschreckenden Statistiken zu sensibilisieren.
Statistisch gesehen wird alle zwei Minuten in Deutschland ein Mensch von einem Partner, Ex-Partner oder Familienangehörigen misshandelt. Nur rund 20 Prozent der betroffenen Frauen nutzen die Beratungs- und Unterstützungseinrichtungen, die zur Verfügung stehen. Diese Zahl verdeutlicht die Notwendigkeit, auf die bestehenden Hilfsangebote hinzuweisen, wie das bundesweite Hilfetelefon, das unter der Nummer 116 016 erreichbar ist. Informationen über weitere Hilfsstrukturen sind ebenfalls verfügbar – etwa über die Webseite hilfetelefon.de.
Häusliche Gewalt in Zahlen
Die Zahlen zur häuslichen Gewalt sind alarmierend. Im Jahr 2024 wurden 171.069 Personen Opfer von Partnerschaftsgewalt, wobei rund 80 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Dabei sind Männer die Haupttäter in 77,7 Prozent der Fälle. Auch im Bereich der innerfamiliären Gewalt sind die Zahlen beeindruckend – 94.873 Personen waren betroffen, wobei 54,2 Prozent der Opfer weiblich sind. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg digitaler Gewalt, der bei Partnerschaftsgewalt um 10,9 Prozent und bei innerfamiliärer Gewalt sogar um 20,4 Prozent zugenommen hat. Dies verdeutlicht die Notwendigkeit, über die verschiedenen Formen von Gewalt aufzuklären und zu informieren. Weitere Details lieferten die vom Bundeskriminalamt veröffentlichten Berichte.
Hilfsangebote nutzen
Trotz der schwerwiegenden Situation zeigen Statistiken, dass die Anzeigequote bei Partnerschaftsgewalt unter 5% liegt. Viele Betroffene ziehen es vor, ihre Erfahrungen für sich zu behalten, was alarmierend ist. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass die Hilfsangebote bekannt sind und die betroffenen Frauen ermutigt werden, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Neben dem Hilfetelefon stehen weitere Organisationen wie der Weiße Ring e.V. (116 006) oder die Telefonseelsorge (0800 111 0111 oder 0800 111 0222) bereit, um Hilfe und Beratung anzubieten.
Die Initiativen, wie die Brötchentüten-Aktion, sind ein wesentlicher Schritt in die richtige Richtung und tragen dazu bei, das Bewusstsein für diese Problematik in der Gesellschaft zu schärfen. Wer sich für diese Themen interessiert oder Unterstützung benötigt, findet auf Plattformen wie hilfetelefon.de wertvolle Informationen und Kontaktstellen, die im Ernstfall helfen können.