Hochsensibel und kreativ: Ausstellung zeigt Kunst gegen Depressionen in Flensburg

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Eröffnung der Ausstellung von Björn Frederic Rasch in Flensburg am 27. November 2025: Kunst zur Bewältigung psychischer Herausforderungen.

Eröffnung der Ausstellung von Björn Frederic Rasch in Flensburg am 27. November 2025: Kunst zur Bewältigung psychischer Herausforderungen.
Eröffnung der Ausstellung von Björn Frederic Rasch in Flensburg am 27. November 2025: Kunst zur Bewältigung psychischer Herausforderungen.

Hochsensibel und kreativ: Ausstellung zeigt Kunst gegen Depressionen in Flensburg

Im Herzen von Flensburg zeigt Björn Frederic Rasch, der mit 36 Jahren mutig seine inneren Kämpfe teilt, wie Kunst helfen kann, mit psychischen Herausforderungen umzugehen. Der talentierte Künstler, der mit Depressionen und einem Verdacht auf autistische Spektrum-Störung lebt, verarbeitet seine Gedanken und Gefühle in rund 100 Bildern, die nun in einer beeindruckenden Ausstellung präsentiert werden. Diese wird am 27. November 2025 um 10 Uhr in der Geschäftsstelle des CJD Flensburg (Duburger Str. 70-72, 24939 Flensburg) eröffnet.

Die Vernissage soll nicht nur einen Einblick in Raschs Schaffen bieten, sondern auch die Lebenswelt hochsensibler Menschen ins Rampenlicht rücken. Levke Rühle, Sozialarbeiterin beim CJD Flensburg, hat gemeinsam mit Rasch die Veranstaltung ins Leben gerufen. „Mit dieser Ausstellung möchten wir zeigen, wie erfüllend und bunt ein Leben trotz psychischer Herausforderungen sein kann“, erklärt Rühle. Ihre Institution möchte mit dieser Art der Präsentation auch auf die umfassenden ambulanten Hilfen hinweisen, die sich an Erwachsene mit seelischen, geistigen oder körperlichen Einschränkungen richten.

Psychische Gesundheit und Autismus

Für viele Menschen, die mit Autismus leben, sind psychische Probleme nicht selten. Laut Zählungen leiden 50 bis 70 Prozent der autistischen Menschen unter Angststörungen, während 7 von 10 auch mit psychischen Erkrankungen konfrontiert sind. Dies zeigt sich auch bei Rasch, der, wie viele andere im Autismus-Spektrum, eine schwierige Verbindung zwischen seinen neurologischen Herausforderungen und psychischen Erkrankungen erlebt hat. Autismus-Kultur stellt klar, dass Autismus angeboren ist und keine medizinische Krankheit darstellt, wobei es sich nicht selten tief in die Lebensqualität der Betroffenen auswirkt.

Die Herausforderungen liegen oft auch in der Diagnose. Die Symptome psychischer Erkrankungen werden häufig fälschlich als Teil des Autismus interpretiert. Unterstützungsangebote sind daher oft unzureichend und es fehlt an umfassenden therapeutischen Ansätzen, die speziell auf die Bedürfnisse von autistischen Menschen abgestimmt sind. Neurologen und Psychiater betonen die Bedeutung spezifischer Therapien, die nicht nur kognitive Fähigkeiten fördern, sondern auch soziale Interaktion und Kommunikation stärken sollen.

Ein Blick auf die Ausstellung

Besucher können die Werke von Björn Frederic Rasch bis zum 12. Dezember 2025 in der CJD-Geschäftsstelle bestaunen. Die Ausstellung ist öffentlich zugänglich und der Eintritt ist kostenfrei. Damit die Besuche gut organisiert werden können, ist eine telefonische Voranmeldung unter der Nummer 0151-67417567 bei Tamara Sander erforderlich. Die Ausstellung bietet eine weitere wichtige Chance, das Bewusstsein für psychische Gesundheit und die spezifischen Herausforderungen für Menschen im Autismus-Spektrum zu schärfen.

Rasch’ Werke sind nicht nur Ausdruck seiner inneren Welt, sondern auch ein starkes Zeichen gegen Stigmatisierung. Sein kreatives Schaffen zeigt, dass es trotz psychischer Erkrankungen helle Momente gibt und dass jeder Mensch seine eigene Geschichte hat, die es wert ist, erzählt zu werden.

Das CJD Flensburg setzt mit dieser Ausstellung ein wichtiges Zeichen für die Wichtigkeit von Kunst in der Heilung und für das Verständnis der Lebensrealitäten von Menschen mit psychischen Herausforderungen. Ein Besuch lohnt sich – nicht nur, um die kreativen Werke zu sehen, sondern auch, um sich über die vielfältigen Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene zu informieren.