Kiel forscht an nachhaltigen Rotorblättern für die Windkraft von morgen!
In Kiel entwickelt ein Forschungsteam der HAW nachhaltige Rotorblätter aus Naturfasern für Kleinwindanlagen, um Umweltbelastungen zu reduzieren.

Kiel forscht an nachhaltigen Rotorblättern für die Windkraft von morgen!
In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel tut sich einiges im Bereich der nachhaltigen Energien: Eine Gruppe von Forscherinnen und Forschern der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW) hat sich dem innovativen Projekt verschrieben, Rotorblätter aus Naturfasern für Kleinwindanlagen zu entwickeln. Ziel ist es, nicht nur umweltfreundliche Energie zu erzeugen, sondern auch die Kosten und die Umweltbelastung herkömmlicher Rotorblätter deutlich zu reduzieren. Wie NDR berichtet, wird unter der Leitung von Sten Böhme in den kommenden zwei Jahren ein drei Meter langes Rotorblatt aus nachwachsenden Materialien wie Flachs und Balsaholz entstehen.
Doch was steckt hinter diesem vielversprechenden Vorhaben? Das Forschungsteam verfolgt ein klar umrissenes Ziel: Sie wollen hochwertige Rotorblätter produzieren, die den speziellen Anforderungen der Kleinwindanlagen gerecht werden und gleichzeitig die ökologischen Standards berücksichtigen. Der Fokus liegt zunächst auf kleineren Rotorblättern, um erste Erfahrungen zu sammeln, bevor man die Dimensionen auf drei Meter ausdehnt. Dieser erste Schritt ist wichtig, um die technischen und mechanischen Eigenschaften dieser Materialien zu testen. Ingenieur hebt hervor, dass die Entsorgung alter Rotorblätter von Windkraftanlagen zu einer wachsenden Herausforderung wird. Jährlich fallen zehntausende Tonnen Abfall an, der künftig durch den Rückbau älterer Windparks noch steigen wird.
Nachhaltige Materialien für die Zukunft
Die Zusammenarbeit mit der Nuebold Yachtbau GmbH ist entscheidend für den Erfolg des Projekts, das mit rund 175.000 Euro von der Gesellschaft für Energie- und Klimaschutz Schleswig-Holstein (EKSH) gefördert wird. Kern der Forschung sind die mechanischen Eigenschaften von Naturmaterialien wie Flachs, Balsaholz und Paulownia. Diese sollen nicht nur umweltfreundlicher sein, sondern auch den technischen Anforderungen im Windenergiesektor gerecht werden. Mithilfe von Computersimulationen entwickeln die Forscher die aerodynamische Form und den inneren Aufbau der Rotorblätter. Die ersten Prototypen werden dann im Windkanal der HAW Kiel auf ihre Stabilität und Leistungsfähigkeit getestet.
Jeder Schritt in diesem Forschungsprozess könnte nicht nur für diese Kleinwindanlagen von Bedeutung sein, sondern auch langfristig zu einem Umdenken im Bereich der größeren Windkraftanlagen führen. Ingenieur merkt an, dass die Suche nach nachhaltigen Alternativen zu üblichen glas- und kohlefaserverstärkten Kunststoffen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von Emissionen und zur Schließung von Materialkreisläufen leisten könnte.
Bis September 2027 läuft das Projekt, das als wegweisendes Beispiel für den Einsatz nachwachsender Rohstoffe in der Energieerzeugung gilt. Auf diese Weise leistet das Forschungsteam nicht nur einen Beitrag zur Energiewende, sondern zeigt auch, dass ökologische und technische Anforderungen in Einklang gebracht werden können. Dies könnte ein echter Gewinn für die Energiewirtschaft und die Umwelt sein.