Heute ist der 19.04.2026, und in Kiel sowie in zahlreichen Städten Nordrhein-Westfalens herrscht Aufregung. Bürgerinnen sind aufgerufen, über die Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 abzustimmen. In der Region Rhein-Ruhr wird mit einem Konzept namens „Köln.Rhein.Ruhr“ auf die vorhandenen Sportstätten gesetzt, um Neubauten zu vermeiden. Diese nachhaltige Herangehensweise wird von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) unterstützt, der die Kompaktheit der Spiele hervorhebt.
Insgesamt sind rund vier Millionen Wahlberechtigte eingeladen, ihre Stimme abzugeben. Für das positive Votum ist nicht nur eine Mehrheit notwendig, sondern es muss auch ein Quorum erreicht werden. In Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern sind mindestens 10% Zustimmung erforderlich, während in kleineren Kommunen bis zu 20% Zustimmung nötig sind. Ein negatives Votum in einer Kommune würde sogar zum Ausschluss von der Bewerbung führen. Neben Köln, das als „Leading City“ fungiert, sind Städte wie Düsseldorf, Essen, Monheim und Aachen beteiligt.
Abstimmung und Auszählung
Die Abstimmung erfolgt ausschließlich per Brief, was bedeutet, dass ein persönlicher Gang zur Urne nicht möglich ist. Die Abstimmungsunterlagen wurden bereits zwischen dem 19. und 27. März 2026 automatisch an alle abstimmungsberechtigten Personen versandt. Diese müssen bis spätestens 15. April 2026 zurückgeschickt werden, damit sie rechtzeitig im Wahlamt vorliegen. Alternativ können die Unterlagen auch am Abstimmungstag, dem 19. April, im Auszählzentrum in Deutz abgegeben werden, wo von 13 bis 16 Uhr die Stimmen gezählt werden.
In Kiel wird ebenfalls über eine Bewerbung als olympischer Segelstandort abgestimmt, wobei die Bürgerinnen die Möglichkeit haben, per Brief oder in Wahllokalen ihre Stimmen abzugeben. Die Konkurrenz für Kiel kommt aus Rostock-Warnemünde, und die Entscheidung über die deutsche Bewerberstadt wird am 26. September auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) fallen.
Kontext und Herausforderungen
Die Abstimmung findet in 17 Städten in Nordrhein-Westfalen statt, und etwa ein Drittel der Einwohner*innen des Bundeslandes lebt in diesen Bewerberstädten. Während einige Stimmen die Region als optimal für Olympia loben, äußern Kritiker Bedenken hinsichtlich der finanziellen Belastungen, die über die geplanten 4,8 Milliarden Euro hinausgehen könnten. Jörg Detjen von der Initiative NOlympia-Colonia hat bereits Zweifel am wirtschaftlichen Nutzen der Spiele geäußert.
Die Münchener Bürger haben bereits klar für eine Bewerbung gestimmt, und das Referendum in Hamburg steht am 31. Mai 2026 an. Die Entscheidung über die Olympiastadt wird im Herbst fallen, und der internationale Wettbewerb um die Ausrichtung der Spiele ist stark, mit weiteren Bewerbungen aus Katar, Indien und der Türkei. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren, und die Region wartet gespannt auf die Ergebnisse der heutigen Abstimmungen.