Am 25. April 2026 wird Lübeck zum Hotspot der Leseförderung, denn an diesem Tag veranstaltet der Lesementor Bundesverband eine bedeutende Fachtagung. Passend zum „Welttag des Buches“ am 23. April rückt die Veranstaltung die steigenden Anforderungen an die Lesekompetenz von Kindern in den Fokus. In einer Welt, die zunehmend digital und multimedial geprägt ist, wird es immer wichtiger, die Leseförderangebote entsprechend anzupassen. Ziel dieser Initiative ist es, den Kindern den Zugang zu Sprache und Bildung zu ermöglichen, denn aktuelle Studien zeigen, dass jedes vierte Kind am Ende der Grundschule nicht ausreichend lesen kann.
Eine individuelle Förderung ist entscheidend, weshalb der Lesementor auf das bewährte 1:1-Prinzip setzt. Ehrenamtliche Mentoren unterstützen Kinder regelmäßig beim Lesen und arbeiten dabei eng mit deren Schulen zusammen. Die Fachtagung wird von Vertretern aus rund 140 Vereinen besucht, die alle das gemeinsame Ziel verfolgen, die Lesekompetenz zu stärken und neue Initiativen zu entwickeln. Interessierte haben die Möglichkeit, sich als Lesementor zu engagieren, eigene Projekte ins Leben zu rufen oder durch Spenden zu unterstützen.
Aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze
Lesen ist nicht nur eine Schlüsselkompetenz für den schulischen und beruflichen Erfolg, sondern auch für die gesellschaftliche Teilhabe. Leider zeigen vergleichende Schulleistungsstudien, dass die Lesekompetenz von Grundschulkindern zunehmend abnimmt. So haben laut einer aktuellen Studie jedes vierte Kind in der vierten Klasse deutliche Probleme beim Lesen. Diese alarmierenden Zahlen unterstreichen die Notwendigkeit von gezielten Fördermaßnahmen.
Eine der Initiativen, die hier ansetzen, ist die Bund-Länder-Initiative BiSS, die von 2013 bis 2019 und nun im Rahmen von BiSS-Transfer bis 2025 Konzepte zur Förderung der sprachlichen Bildung entwickelt. Diese Konzepte werden evaluiert und in den Schulen verbreitet. Im Teilprojekt „Lese-BiSS“ wird spezifisch untersucht, wie Lehrkräfte beim Lesenlernen in der Grundschule unterstützt werden können. Dabei spielen Fortbildungsangebote eine zentrale Rolle: Langfristige Schulungen sind notwendig, um Lehrkräfte in konzeptionellem und handlungsorientiertem Wissen zu schulen.
Die Rolle der Schulen und Lehrkräfte
Die Unterstützung aus der Schuladministration ist für die Verankerung von Lesefördermaßnahmen im Unterricht unerlässlich. Dazu gehören unter anderem die Bereitstellung von Diagnose- und Fördermaterialien sowie die Gewährleistung, dass Lehrkräfte Zeit für die Teilnahme an Fortbildungen haben. Blended-Learning-Formate erleichtern zudem die Organisation von Schulungen und ermöglichen es Lehrkräften, sich flexibel weiterzubilden.
Die Fachtagung des Lesementor Bundesverbands bietet eine ausgezeichnete Plattform, um über die Herausforderungen der Leseförderung zu diskutieren und innovative Lösungsansätze zu entwickeln. Angesichts der aktuellen Lage ist es wichtiger denn je, dass alle Akteure—Schulen, Eltern, ehrenamtliche Mentoren und die Gesellschaft insgesamt—gemeinsam an einem Strang ziehen, um den Kindern die bestmöglichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Lesekompetenz zu bieten.