Die Lübecker Bürgerschaft hat kürzlich grünes Licht für die Einführung einer Weltkulturerbe-Abgabe gegeben, die ab 2026 für Touristinnen und Touristen fällig werden soll. Diese Entscheidung, die von einer breiten Mehrheit aus CDU, Grünen und Linken/GAL getragen wird, gibt es nun schon in anderen anerkannten Kurorten und hat das Potenzial, Lübeck jährlich etwa vier Millionen Euro einzubringen. Wie NDR berichtet, sind auch andere Orte wie Flensburg und Albersdorf betroffen von dieser Regelung.
Was steckt hinter dieser Abgabe? Die Einnahmen sollen dringend benötigte Mittel für den Erhalt des UNESCO-Weltkulturerbes Lübeck bereitstellen. Doch nicht alle sind überzeugt von der Notwendigkeit dieser Zusatzgebühr. Die FDP hat sich vehement gegen die Einführung ausgesprochen. Laut Travemünde Aktuell bezeichnet FDP-Sprecherin Heike Stegemann die Abgabe als "unsinnige Zusatzbelastung".
Kritik am Beschluss
Die Kritiker argumentieren, dass die Stadt mit ihren Einnahmeprognosen möglicherweise über das Ziel hinausschießt und die Abgabe die Wettbewerbsfähigkeit Lübecks im Tourismussektor gefährden könnte. Für die FDP ist klar: Die zusätzlichen Kosten könnten dazu führen, dass Tourist:innen an anderer Stelle sparen, etwa in der Gastronomie oder im Einzelhandel. Diese Bedenken wurden auch von HL-live aufgegriffen, wo Stegemann betont, dass die Stadt eine transparente und nachhaltige Haushaltspolitik betreiben sollte, anstatt auf Zusatzgebühren zu setzen.
Lübeck hat sich als limitiertes Unesco-Weltkulturerbe fest etabliert und profitiert stark vom Tourismus. Die Entscheidung der Bürgerschaft wirkt sich nicht nur auf die finanzielle Situation der Stadt aus, sondern auch auf das gesamte touristische Angebot. Daher stellt sich die Frage: Ist die Weltkulturerbe-Abgabe der richtige Weg, um die reichhaltige Kultur und Geschichte Lübecks zu erhalten oder führt sie zu einer schleichenden Schwächung des Tourismus?
Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Abgabe im kommenden Jahr entwickeln wird und ob die angekündigten zusätzlichen Mittel tatsächlich in den geplanten Projekten ankommen.