In der Welt der Logistik tut sich einiges, insbesondere wenn es um den Umstieg auf elektrische Lkw geht. In Deutschland ist mittlerweile jedes fünfte neu zugelassene Auto rein elektrisch, doch der große Wurf im Nutzfahrzeugbereich steht noch aus. Laut dem Kraftfahrtbundesamt gab es im Jahr 2025 nur etwa 1.400 E-Lkw unter den neu zugelassenen 53.000 Lastern über 16 Tonnen. Ein Lichtblick ist die Voigt Logistik, die bereits seit 2025 vier Elektro-Lkw in Betrieb hat und weitere bestellt hat. Fuhrparkleiter Marvin Ubben bereitet den neuen „eActros 600“ von Mercedes vor, der im Realbetrieb mit einer Ladung eine Reichweite von bis zu 550 Kilometern bietet und der Spedition täglich rund 250 Euro an Mautkosten einspart.

Die Anschaffungskosten für solche E-Lkw sind jedoch eine große Hürde: Der eActros kostet rund 280.000 Euro, während konventionelle Lkw bei etwa 120.000 Euro liegen. Thomas Rackow, Vorsitzender des Unternehmensverbandes Logistik in Schleswig-Holstein, stellt fest, dass die Nachfrage nach alternativen Antrieben steigt, aber viele kleine Speditionen in finanziellen Schwierigkeiten stecken und sich die Elektrifizierung nicht leisten können. Das Wirtschaftsministerium in Kiel erkennt den Bedarf an neuer Förderung, verweist jedoch auf die Verantwortung des Bundes.

Die Herausforderung der Infrastruktur

Hannes Voigt von Voigt Logistik hebt hervor, dass sich E-Lkw langfristig rechnen, jedoch der Ausbau der Infrastruktur und die Genehmigungen für Ladestationen problematisch sind. Das Bundesverkehrsministerium plant, die Infrastruktur für E-Lkw auszubauen und die Energiesteuer auf Benzin und Diesel zu senken, um die Branche zu entlasten. Geplante Ladepunkte für Elektro-Lastwagen sind am Norwegenkai und im Ostuferhafen in Kiel vorgesehen.

Interessanterweise bietet der Bund bereits bis zu 6.000 Euro Förderung beim Kauf von E-Autos an. Doch in Schleswig-Holstein berichten Händler von einer geringen Nachfrage nach diesen Förderungen. Während ein Logistiker in Worms bereits in E-Lkw investiert hat und ein eigenes Ladenetz plant, zögern viele Spediteure in Rheinland-Pfalz und anderswo.

Förderprogramme für eine grüne Zukunft

Um die Treibhausgasemissionen im straßengebundenen Güterverkehr zu senken, gibt es verschiedene Förderprogramme. Diese richten sich an Unternehmen, die leichte und schwere Nutzfahrzeuge mit alternativen, klimaschonenden Antrieben anschaffen möchten. Gefördert werden auch die dazugehörige Tank- und Ladeinfrastruktur sowie Machbarkeitsstudien für Nutzfahrzeuge und Logistikstandorte. Die Mittel stammen aus dem Deutschen Aufbau- und Resilienzplan (DARP) und der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF).

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Die spezifischen Zuschüsse betreffen die Anschaffung von Nutzfahrzeugen mit alternativen Antrieben und die Errichtung sowie Erweiterung der betrieblichen Tank- und Ladeinfrastruktur. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass ein Rechtsanspruch auf Förderung nicht besteht; die Entscheidung liegt im Ermessen des Bundesamts für Logistik und Mobilität. Informationen zu Förderaufrufen und zur Antragstellung sind im eService-Portal verfügbar.

Es bleibt abzuwarten, wie sich der Markt für Elektro-Lkw entwickeln wird und ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um die Branche nachhaltig zu transformieren. Die Herausforderungen sind groß, doch die Chancen für eine grünere Zukunft im Güterverkehr sind vielversprechend.