Am 25. November, das ist nächste Woche, rufen weltweit zahlreiche Organisationen dazu auf, ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen zu setzen. An diesem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wird auf die weit verbreitete alltägliche Gewalt, die viele Frauen erfahren, aufmerksam gemacht. In Deutschland ist jede dritte Frau von physischer oder sexualisierter Gewalt betroffen. Dieses alarmierende Verhältnis hebt die Dringlichkeit der Thematik hervor, wie die Stadt Neumünster in einer Pressemitteilung hervorhebt. Die UN-Kampagne „Orange the World“, die seit 1991 durchgeführt wird, fällt in den Zeitraum vom 25. November bis zum 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte. Orange ist die Symbolfarbe dieser Kampagne und steht für die Hoffnung auf eine Zukunft ohne Gewalt.
In Neumünster wurde ein breites Bündnis aus Beratungsstellen, Unternehmen und Serviceclubs – darunter der Inner Wheel Club und der Zonta Club – gebildet, um auf die gegebenen Probleme aufmerksam zu machen. Die Aktionen während der Orange Days 2025 sind vielschichtig und initiieren sowohl öffentliche als auch digitale Teilhabe. So wird am 25. November um 11:00 Uhr eine Kundgebung auf dem Großflecken stattfinden, bei der Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger und weitere Redner, wie Sybille Ganzert von der Polizeidirektion, zu Wort kommen werden. Auch das Autonome Frauenhaus Neumünster wird vertreten sein.
Aktionen und Veranstaltungen
Ein besonderes Highlight der Orange Days ist die traditionsreiche Brötchentütenaktion, die heuer bereits zum 22. Mal durchgeführt wird. Dabei werden über 50.000 Brötchentüten in beteiligten Bäckereien mit dem Slogan „Gewalt kommt nicht in die Tüte“ verteilt. Dazu gehören Bäckereien wie Andresen, die Bäckerei der JVA Neumünster sowie Hermann Kohls & Söhne und viele mehr. Um 12:00 Uhr wird ebenso ein Orange Walk, organisiert von Inner Wheel, am Alten Rathaus beginnen. Stadtpräsidentin Anna-Katharina Schättiger übernimmt hier die Schirmherrschaft.
Doch damit nicht genug: Viele Unternehmen, unter anderem die Stadtwerke und der Neumünsteraner Tierpark, werden ebenfalls auf das wichtige Thema aufmerksam machen. Sie unterstützen aktiv die Kampagne, die auch das Hilfetelefon bewirbt. Zudem wird im Foyer des Neuen Rathauses vom 25. November bis zum 10. Dezember eine eindrucksvolle Ausstellung zu sehen sein, die unter anderem das Schuhmahnmal gegen Femizid zeigt und wichtige Informationen über Hilfsangebote bereitstellt.
Digitale Gewalt im Fokus
Die diesjährige Kampagne beschäftigt sich besonders mit der digitalisierten Gewalt, die viele Frauen und Mädchen erleben. Laut Berichten sind zwischen 16 und 58 % der Frauen und Kinder von digitaler Gewalt betroffen. Diese kann ganz harmlos beginnen, etwa mit beleidigenden Nachrichten oder Posts, und sich bis zu massiven Bedrohungen und realer Gewalt entwickeln. Die UNiTE-Kampagne 2025 betont, wie wichtig es ist, gegen diese Form der Gewalt vorzugehen. Motto der Kampagne: „UNiTE to End Digital Violence against All Women and Girls“. Hier ist der Aufruf klar: Wir müssen gemeinsam eine Technologie schaffen, die Gleichheit fördert.
Um auf diese wichtigen Themen aufmerksam zu machen, werden auch Fahnen mit dem Spruch „Frei leben ohne Gewalt“ in mehreren Sprachen an der Kieler Brücke gespannt und die Gebäude des Kundenzentrums der Stadtwerke Neumünster sowie das Alte Rathaus werden am 25. November orange angestrahlt. Über die sozialen Medien können die Aktionen unter den Hashtags #gewaltgegenfrauen und #neumünstergegengewalt verfolgt werden.
Insgesamt zeigt die Initiative in Neumünster eindrucksvoll, dass viele kleinere und größere Schritte notwendig sind, um die Sichtbarkeit von Gewalt gegen Frauen zu erhöhen und echte Veränderungen herbeizuführen. Der 25. November wird somit auch ein Tag der Hoffnung, der uns alle aufruft, nicht wegzuschauen und aktiv zu werden.
Für weitere Informationen und Hintergründe zur Thematik, können Sie die Meldungen auf den jeweiligen Webseiten nachlesen: Neumünster, Wikipedia, UN Women.