Warnstreik in Schleswig-Holstein: Protest für höhere Gehälter!

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Warnstreik in Neumünster am 14. Januar 2026: Gewerkschaften fordern höhere Gehälter, Notdienste sichern wichtige Versorgung.

Warnstreik in Neumünster am 14. Januar 2026: Gewerkschaften fordern höhere Gehälter, Notdienste sichern wichtige Versorgung.
Warnstreik in Neumünster am 14. Januar 2026: Gewerkschaften fordern höhere Gehälter, Notdienste sichern wichtige Versorgung.

Warnstreik in Schleswig-Holstein: Protest für höhere Gehälter!

Ein deutlicher Aufschrei aus dem öffentlichen Dienst in Schleswig-Holstein: Am kommenden Mittwoch, dem 14. Januar 2026, wird ein Warnstreik im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Lübeck sowie in weiteren Einrichtungen des Landes durchgeführt. Die Gewerkschaften ver.di und GEW bitten alle Beschäftigten, sich an den Protestaktionen zu beteiligen und damit auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. Unter den Betroffenen sind nicht nur die Universitätskliniken in Kiel und Lübeck, sondern auch Schulen und Bildungseinrichtungen in den Städten Kiel, Neumünster, Plön und Rendsburg-Eckernförde.

Hintergrund des Warnstreiks sind die laufenden Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder, bei denen die Gewerkschaften eine Gehaltserhöhung von sieben Prozent oder ein Minimum von 300 Euro monatlich fordern. Auch das Zentrum für integrative Psychiatrie in Lübeck sowie zahlreiche Landesämter sind von den Protesten betroffen. Auf die angespannten Forderungen reagiert die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) jedoch mit der Einschätzung, dass diese Forderungen unbezahlbar seien. Die Gewerkschaften setzen auf den Druck der Straßen, um auf diese Missstände hinzuweisen.

Notdienst und Mindestbesetzungen

Am Streiktag wird im UKSH ein Notdienst eingerichtet, um in lebensbedrohlichen Situationen handlungsfähig zu bleiben. Die Mindestbesetzungen für alle Bereiche sind bereits festgelegt, sodass Notfälle uneingeschränkt versorgt werden können. Auch kleinere Aktionen sind von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) geplant, um den Zusammenhang zwischen der Gewährleistung der Sicherheit und den Gehaltsforderungen aufzuzeigen.

Betrifft die Situation in Schleswig-Holstein umso mehr die rund 2,2 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst, von denen über 900.000 Tarifbeschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder – abgesehen von Hessen – sind. Gerade im Bereich der Schulen, Universitätskliniken sowie im Strafvollzug und in der Justiz sind die Forderungen der Gewerkschaften laut und klar. Neben der Gehaltserhöhung begehren sie unter anderem auch 200 Euro mehr pro Monat für Nachwuchskräfte sowie eine 20-prozentige Erhöhung aller Zeitzuschläge.

Forderungen auf der Kippe

Die Arbeitgeber zeigen sich insofern unzufrieden, als sie die hohe Forderung als “astronomisch” und nicht leistbar empfinden. Finanzsenator Andreas Dressel aus Hamburg argumentiert, dass seit 2013 die durchschnittlichen Erhöhungen der Tabellenentgelte um 42% gestiegen seien, während die Verbraucherpreise nur um 33,6% wuchsen. Hier scheint es eine deutliche Kluft zwischen den Erwartungen der Gewerkschaften und der Realität der Haushaltslage der Länder zu geben.

Um die Situation zu klären, sind die Verhandlungen zwischen ver.di, dem Beamtenbund dbb und den Arbeitgebern für den 15. und 16. Januar in Potsdam angesetzt. Die Mobilisierungsfähigkeit der Gewerkschaften wird als hoch eingeschätzt, was auch die bevorstehenden Protestaktionen und Warnstreiks betrifft. Die Bürger im Land müssen sich also auf einen spannenden Tag einstellen, der die Weichen für die Zukunft des öffentlichen Dienstes in Schleswig-Holstein stellen könnte.

Für viele ist es klar: Es steht viel auf dem Spiel, und in Anbetracht der aktuellen Gehaltsdiskussionen macht jeder Einzelne durch sein Engagement ein gutes Geschäft für seine Kollegen und die Zukunft des öffentlichen Sektors. Ob es für die Menschenkette vor der Staatskanzlei in Kiel einen nachhaltigen Erfolg bringt, bleibt abzuwarten.

Für weitere Informationen zu den Hintergründen und dem Stand der Tarifverhandlungen empfehlen wir die Berichte von NDR, n-tv und Tagesschau.