Mit dem Frühling zieht es nicht nur die ersten Sonnenstrahlen, sondern auch die Urlauber an die idyllischen Küsten der Nord- und Ostsee. Doch während die einen die frische Brise und die sanften Wellen genießen, äußern andere, wie eine Urlauberin in einem Leserbrief an MOIN.DE, ihre Kritik an den hohen Preisen und zahlreichen Regeln, die in der Region herrschen. Vor allem die Familie dieser Urlauberin bringt ihr eigenes Strandausrüstungs-Set mit, da die Mietpreise für Strandkörbe schlichtweg unerschwinglich sind.

Ein zentraler Punkt der Kritik ist die Vielzahl an Regeln, die den Aufenthalt am Strand, der ja vor allem der Erholung dienen soll, in der Urlaubslaune trüben. Die hohen Kurtaxen und die überteuerten Preise für Unterkünfte werden ebenfalls als Belastung empfunden. Immer mehr Menschen entscheiden sich daher, ihre Sommerreise nach Belgien, Holland oder Dänemark zu verlagern, wo sie unter Umständen mehr Freiheiten und geringere Kosten vorfinden.

Kurtaxe als ungeliebte Abgabe

Die Kurtaxe, die an den deutschen Nord- und Ostseestränden fällig wird, ist eine kommunale Abgabe, auch bekannt als Ortstaxe, Kurabgabe oder Kurbeitrag. Ihre Höhe variiert je nach Bundesland und Standort. Der Zweck dieser Abgabe ist die Finanzierung der touristischen Infrastruktur, wie etwa die Pflege von Grünflächen, die Müllbeseitigung oder den Betrieb von Strandduschen und Toiletten. Dabei wird sie nicht nur von Übernachtungsgästen, sondern auch von Tagesbesuchern erhoben. Für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren kann die Kurtaxe reduziert oder sogar ganz erlassen werden.

Die Preise für die Kurtaxe liegen in der Regel zwischen 1 und 5,50 Euro pro Nacht pro Person. An der Nordsee beispielsweise müssen Urlauber in Orten wie Amrum (1,30 bis 2,60 Euro) oder Sylt (1,50 bis 1,65 Euro) zahlen. An der Ostsee sehen die Tarife ähnlich aus, mit zum Beispiel 1,00 Euro auf Fehmarn. Wer sich weigert, die Kurtaxe zu zahlen, riskiert hohe Bußgelder, die in einigen Fällen bis zu 10.000 Euro betragen können. Es gibt jedoch auch gebührenfreie Strandabschnitte, die allerdings ohne Annehmlichkeiten wie Duschen oder Kioske auskommen müssen.

Ein Vergleich mit den Nachbarländern

Ein weiterer Punkt, der viele Urlauber beschäftigt, ist der Vergleich der Preise mit den Nachbarländern. Während beispielsweise die Kurtaxe in Belgien durchschnittlich 7,50 Euro pro Zimmer beträgt und in den Niederlanden eine Kurtaxe von 12,5 Prozent des Zimmerpreises verlangt wird, erhebt Dänemark keine Touristensteuer. Bei den Unterkunftspreisen sieht es ebenfalls so aus: In den Niederlanden sind die Preise etwa 7 % höher als in Deutschland, in Belgien sogar 11 % und in Dänemark 28 %. So liegt der Preis für ein Drei-Sterne-Hotel in den Niederlanden bei etwa 164 Euro pro Nacht und in Belgien zwischen 108 und 126 Euro.

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Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Urlaub an den Nord- und Ostsee zwar nicht unbedingt teurer ist als in den Nachbarländern, viele Urlauber jedoch das Gefühl haben, durch zahlreiche Regeln und Zusatzkosten stark eingeschränkt zu werden. Ein entspannter Aufenthalt am Strand sollte schließlich nicht mit bürokratischen Hürden und hohen Abgaben verknüpft sein.